Entscheidungshilfen zum Winterweizenanbau

Kritische Fruchtfolgen oder Saatzeiten lassen sich aus betrieblichen Gründen nicht immer vermeiden. Bestehende Risiken können durch eine angepasste Produktionstechnik abgefedert werden.
Das teilweise im Biolandbau praktizierte System „Weite Reihe“ liefert bei leicht reduziertem Weizenertrag höhere Eiweißgehalte.
Das teilweise im Biolandbau praktizierte System „Weite Reihe“ liefert bei leicht reduziertem Weizenertrag höhere Eiweißgehalte.

Der Weizen weist eine vergleichsweise lange Saatzeitspanne auf, trotzdem ist es nicht sinnvoll, jedes Risiko einzugehen. Die Versuche zeigen, dass Drilltermine zwischen dem 5. und 25.10. in den meisten Gebieten bessere Ergebnisse bringen als frühere oder spätere Saaten. Wesentlich für Septemberweizen ist die Reduktion der Saatstärke. Meist genügen 200 bis 250 keimfähige Körner/m² bzw. 90 bis 170 kg/ha. Weil die Pflanzen tendenziell mehr von Schneeschimmel, Halmbruch, Schwarzbeinigkeit, Mehltau, Septoria- und DTR-Blattdürre sowie Braun- und Gelbrost infiziert werden, kommt der Sortenresistenz erhöhte Bedeutung zu. Eine gute Standfestigkeit verhindert, dass die dichteren und langhalmigeren Bestände frühzeitig lagern. Im Mühl- und Waldviertel haben Landwirte gute Erfahrungen mit dem Weizenanbau in der letzten Septemberwoche gemacht (250 bis 300 Körner/m²). In diesen kühlen Gebieten ist die Gefahr, dass sich die Saaten im Herbst zu üppig entwickeln, kaum gegeben. Im Jahr 2003 waren Frühsaaten auch im Alpenvorland erfolgreicher als die um Mitte Oktober gesäten Weizen. Im fünfjährigen Mittel brachten die Versuche folgendes Ergebnis: In Grabenegg bei Wieselburg (Niederösterreich) blieb die Frühsaat durchschnittlich –3 % hinter dem Normaltermin zurück, in Lambach (Oberösterreich) waren die Erträge praktisch identisch. Aufgrund von viröser Gelbverzwergung misslingen in Ostösterreich die in der letzten Septemberdekade gedrillten Weizen oftmals. So blieben am Standort Großnondorf bei Hollabrunn (Weinviertel) die Frühsaaten durchschnittlich –23 % unter den Erträgen des Oktobertermins zurück. Wer im Trockengebiet früh sät, sollte den Weizen durch eine insektizide Beizung (Präparat: Gaucho 600 FS) oder (bei Blattlausflugwetter) Insektizidspritzung (zB Präparate Decisquick, Karate Zeon, Sumi-Alpha) absichern.

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Aktualisiert am: 05.09.2003 12:02
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