Entrümpeln: Das Leben von Ballast befreien!

So ein „Abspeckprogramm“ ist wirklich empfehlenswert. Und das Beste an dieser „Diät“ ist, dass sie absolut unschädlich ist. Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen, sondern vielmehr erwünscht, denn es gibt ausschließlich positive!
Sich von Dingen zu befreien, die nicht mehr gebraucht werden, schafft nicht nur mehr Platz, sondern befreit von Lebensballast.
Sich von Dingen zu befreien, die nicht mehr gebraucht werden, schafft nicht nur mehr Platz, sondern befreit von Lebensballast.
Ein neues Jahr beginnt meist mit vielen guten Vorsätzen. Bereits nach einiger Zeit sind die meisten wieder in Vergessenheit geraten ohne je Umsetzung erfahren zu haben. Ein einziges Mal in meinem Leben kam es aber anders: Vor einigen Jahren bekam ich zu Weihnachten die Biografie von Hudson Taylor, einem Chinamissionar, geschenkt. Dieser hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, dass er alle Dinge, die er ein Jahr lang nicht benötigte, verschenkte. Diese Idee faszinierte mich, auch wenn sie mir ein wenig radikal erschien. Dennoch setzte sich der Gedanke in meinem Kopf fest und ließ mich seither nicht mehr los. Obwohl wir erst wenige Jahre zuvor in eine geräumige Wohnung gezogen waren, füllten sich mit jedem Kind und jedem Jahr die Räume mit Gegenständen. Zunächst half noch ein ausgeklügeltes Ordnungssystem in Abstellraum und Keller, aber irgendwann war auch dort der Platz knapp. Was nun?

Ausmisten – wie geht das?
Sich von alten Sachen zu trennen kann sehr befreiend sein, aber es ist nicht immer so leicht. Was soll man behalten, was weggeben? Was wegschmeißen und welche Gegenstände könnte man verschenken?
Wert- oder nutzlose Gegenstände nehmen Platz für wichtige Sachen, die man benötigt und auch tatsächlich benutzt. Oft merkt man erst durch das Weggeben nutzloser Dinge wie sehr man dadurch befreit ist!
Dabei gilt es zu beachten: Nicht jeder Ziergegenstand ist nutzlos! Eine hübsch dekorierte Wohnung verbessert das Wohngefühl! Hübsche Wohnaccessoires müssen also nicht entfernt werden, wohl aber tatsächliche „Staubfänger“!
Das A und O des Ausmistens ist: Erkenne ich die Wertlosigkeit gewisser Dinge (Papierkram, alte Zeitungen, Magazine, aufgehobene Verpackungen, nicht mehr reparierbare Geräte, uralte Kleidungsstücke, ...), dann darf ich diese auch gnadenlos wegwerfen! Andere Gegenstände sind vielleicht zu schade für den Müll. Freunde, Bekannte oder Verwandte könnten sich darüber freuen und sie auch wirklich gerne verwenden. Ich erinnere mich, dass ich als junge Mutter sehr froh war als ich für meine Kleinen Gewand und Spielsachen von Familien weitergereicht bekam, deren Kinder bereits älter waren. So haben wir für unsere Drei nie einen eigenen Kinderwagen oder eine Wiege besessen, sondern bei jedem Baby ein anderes Modell geborgt bekommen. Daher mussten wir auch niemals Kinderwagen oder Wiege verstauen, denn wir gaben sie einfach den Besitzern zurück!
Private Kindergärten oder Spielgruppen freuen sich oft über Spielsachen und Kinderbücher. Auch Bibliotheken nehmen nach Rückfrage gerne Bücherspenden an. Für gut erhaltenes Gewand gibt es Abgabeboxen, Basare oder Sammelstellen. Alte Möbel können in karitativen Einrichtungen abgegeben, billig verkauft oder zum Sperrmüll gegeben werden.
Viele verkaufen ihre überflüssigen Gegenstände auch über Internetforen oder auf Flohmärkten und verdienen sogar noch etwas an der Besitzreduktion! Selbst Kinder sortieren gerne aus, wenn sie dann ein bisschen Taschengeld beim Verkaufen ihres Besitzes am Kinderflohmarkt erhalten. So lernen sie auch den Wert von Dingen zu schätzen und mindern oft ihre überzogenen Wünsche. Der römische Philosoph Seneca drückte es treffend aus: „Willst du glücklich werden, dann mehre nicht den Besitz, sondern mindere deine Wünsche.“ Genau dies lernen auch unsere Kinder durch den verantwortungsvollen Umgang mit Besitz.

Im Zweifelsfall
Möglicherweise ist man bei einigen Dingen nicht sicher, ob man sie noch weiter benötigt. Manche Ordnungsfachleute geben folgenden Tipp: Sortieren Sie die Dinge zimmerweise in drei Teile (das kann auch gedanklich erfolgen!):
1) Dinge, die ich noch benötige
2) Dinge, die ich sicher nicht mehr benötige, weil ich sie entweder nie oder schon über ein Jahr nicht mehr benutzt habe
3) Gegenstände, bei denen ich mir nicht sicher bin.
Letztere Gruppe wird für ein Jahr in Kisten auf dem Dachboden oder im Keller verstaut. Ist mir die Sache ein Jahr lang nicht abgegangen, dann verfahre ich damit wie mit den Dingen in Punkt 2 – ich trenne mich von ihnen!

Autorin: Roswitha WURM, Wien


Aktualisiert am: 08.01.2010 08:19
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