Energieholz aus Kurzumtrieb hat Potenzial

Eine umfangreichere Information zu diesem brandaktuellen Thema gibt es beim Energiefachtag an der landwirtschaftlichen Fachschule in Hafendorf bei Kapfenberg am 27. September ab 9.00 Uhr.
Mit Kurzumtriebshölzern lässt sich die Konkurrenz zwischen Energieerzeugung und Nahrungsproduktion bzw. Futterproduktion entschärfen.
Mit Kurzumtriebshölzern lässt sich die Konkurrenz zwischen Energieerzeugung und Nahrungsproduktion bzw. Futterproduktion entschärfen.
Hohe Düngekosten, jährlicher Pflanzenschutzmitteleinsatz, geringe Energieeffiziens und Konkurrenz zur Lebens- und Futtermittelerzeugung haben die Biomasseproduktion in die negativen Schlagzeilen gebracht. Die Energieholzproduktion aus rasch wachsenden Gehölzen, wie Pappel oder Weide, gibt auf die oben genannten Probleme eine ökologisch sinnvolle Antwort.

Eine Pflanzung – viele Ernten
Aus 20 Zentimeter langen Steckhölzern, die im März ausgepflanzt werden, können nach zwei Jahren sieben bis zehn Meter hohe Energiewälder entstehen, die für die Ernte im Winter bereit stehen - und das mit minimalem Düngemitteleinsatz und nur im Anwuchsjahr stattfindender mechanischen und chemischen Unkrautbeseitigung. Für steile Flächen, die nicht mit einer Erntemaschine befahren werden können, lässt man die Bäume bis zu fünf Jahre lang wachsen, sodass sie wie normale Waldbäume mit Motorsäge oder Harvester abgeerntet werden. Derartige Bäume werden mit einer geringeren Baumzahl je Hektar bestückt. Durch die längere Wuchsdauer werden sie bis zu 25 m hoch und über 20 cm dick. Nach der Ernte, und das ist ein entscheidender Vorteil, wachsen die Bäume wieder, ohne neu ausgepflanzt zu werden, von neuem aus. Damit wird in der Anlage und Pflege viel Geld und Energie eingespart, weil diese Bestände immerhin bis zu 30 Jahre wachsen können. Das würden insgesamt 15 Ernten bei Ernteterminen alle zwei und sechs Ernten bei Ernteterminen alle fünf Jahre bedeuten.

Nutzung minderwertiger Flächen
Mit Energieholz aus Kurzumtrieb verringert sich der Konkurrenzdruck zur Lebens- und Futtermittelproduktion. Mit einer bis zu vier Meter langen Wurzel können Pappelhölzer auch auf Flächen gedeihen, die für die herkömmliche Getreideproduktion nicht geeignet sind. Beispiele dafür wären ehemalige Schotterabbaugebiete, Bahn- und Straßenböschungen, ehemalige Bergbaugebiete und die vielen Steilflächen, die im Ackerbau Erosionen auslösen würden, welche Österreich zuhauf hat.

Internationale Experten in Hafendorf
Eine umfangreichere Information zu diesem brandaktuellen Thema gibt es beim Energiefachtag an der landwirtschaftlichen Fachschule in Hafendorf bei Kapfenberg am 27. September ab 9.00 Uhr. Internationale Referenten informieren zum Thema, ob Bioenergie eine Konkurrenz zur Futter- und Lebensmitteproduktion ist und geben Fachinformation zur Erzeugung von Bioenergie. Weiters finden Vorführungen von Techniken der Pflege, Ernte und Aufbereitung statt. Es werden laufend Führungen durch Energieholzversuche durchgeführt und die neuesten Züchtungen gezeigt. Für die Verwertung von Hackgut und Pellets zeigen Heizkesselerzeuger ihre technischen Neuheiten.

Weitere Infos zum Energiefeldtag finden Sie hier




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Aktualisiert am: 15.09.2008 12:56
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