Energie von Kurzumtriebswäldern hat Zukunft

Erntetechnik und Sorten- bzw. Klonwahl sind für die Wirtschaftlichkeit entscheidend. Die Lage am Energiemarkt lässt für heuer eine starke Ausdehnung der Anbauflächen erwarten.
Ernte eines Energieweidenbestandes mit Stammstärken von maximal 7 – 8 cm mit einem Vollernter Claas Jaguar.
Ernte eines Energieweidenbestandes mit Stammstärken von maximal 7 – 8 cm mit einem Vollernter Claas Jaguar.
Warum gerade in Italien und Schweden diese Kurzumtriebswälder stärker Fuß gefasst haben, liegt unter anderem in der sehr hohen finanziellen Unterstützung für diese Kulturen. In Schweden erreicht sie ca. 500 € und in Italien bis zu 900 € je Hektar. Außerdem sind Anbau und Ernte nicht in der Hand der Landwirte, sondern werden überbetrieblich von Organisationen gemanagt. Auf diesem Logistik-Know-how bauen mittlerweile viele Verträge, sei es von der RWA, der Probstdorfer Saatzucht, den österreichischen Bundesforsten und anderen auf.

Wirtschaftlichkeit
Die zentrale Frage, die sich jeder potentielle Anbauer von Kurzumtriebswäldern stellt, ist jene der Wirtschaftlichkeit von Kurzumtriebswäldern. Da diese Frage nicht absolut, sondern nur relativ zum Standortpotential, beantwortbar ist, sind folgende Dinge zu klären:

*Der potentielle Ertrag von Energieholz oder einer alternativen Ackerkultur
*Die Anlagekosten von Kurzumtriebwäldern
*Die Erntekosten
*Die Höhe des erzielbaren Rohstoffpreises

Ertrag
Zum ersten Punkt gibt es in Österreich noch sehr wenig Zahlenmaterial. Versuche der Universität für Bodenkultur zeigen zum Beispiel für Niederösterreich bei Weide Erträge von 8 bis 15 Tonnen atro je Hektar und Jahr. Bei Rückschnitt der Austriebe werden höhere Erträge angegeben.

In der Steiermark zeigen die Versuche der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark, welche im Jahr 2005 begonnen wurden, auf schweren Böden bereits nach dem zweiten Anwuchsjahr Stammstärken von bis zu 6 cm, sodass spätestens im dritten Anlagejahr geerntet werden muss. Dies lässt auf höhere Erträge als oben angegeben schließen.

Autor: Dr. Karl MAYER, Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark


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Aktualisiert am: 23.01.2007 13:16

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