Energie vom Acker

An der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof fand kürzlich die Fachtagung „Energie vom Acker“ statt.
Die Vortragenden verstanden sich auf das Thema „Energie vom Acker“: DI Josef Wasner, Mag. DI Harald Schally, DI Hermann Mayerhofer-Sebera und DI Peter Frühwirth (v.l.n.r.).
Die Vortragenden verstanden sich auf das Thema „Energie vom Acker“: DI Josef Wasner, Mag. DI Harald Schally, DI Hermann Mayerhofer-Sebera und DI Peter Frühwirth (v.l.n.r.).
„Den nachwachsenden Rohstoffen kommt eine immer größere Bedeutung zu, denn sie sind im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern CO2-neutral“, erklärte Direktor DI Franz Breiteneder. Bei der Fachveranstaltung referierten Experten über neue Energiekonzepte im landwirtschaftlichen Bereich. DI Josef Wasner, NÖ Landwirtschaftskammer, behandelte das Thema “ Körnerrapsbau” und Mag. DI Harald Schally, NÖ Landwirtschaftskammer, sprach über Bioethanolproduktion. DI Peter Frühwirth von der oberösterreichischen Landwirtschaftskammer referierte zum Anbau von Elefantengras. DI Hermann Mayerhofer-Sebera moderierte die Veranstaltung.

Gute Marktchancen für Bioethanol

Der Fachtag ging der Frage nach, ob der Anbau von Körnerraps und Elefantengras (Miscanthus) und die Bioethanolproduktion eine sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Getreideproduktion darstellen. Durch die Beimischung von Biotreibstoffen zu Diesel und Benzin sind die Marktaussichten für Raps und Bioethanol hinsichtlich Absatz und Preisentwicklung als sehr gut anzusehen. Der Anbau von Körnerraps bringt zwar ein im Vergleich zu Getreide ein gewisses Produktionsrisiko mit sich, liefert aber bei entsprechend guten Erträgen auch einen deutlich höheren Deckungsbeitrag. Wichtige Voraussetzung ist eine optimierte Produktionstechnik.

Bioethanolweizen erhöht Deckungsbeitrag

Für die Bioethanolproduktion wird in erster Linie Weizen als Rohstoff verwendet werden. Mit kleineren Änderungen in der Produktionstechnik, wie beispielsweise der Auswahl von eiweißarmen, aber dafür stärkereicheren Sorten und eine Änderung der Düngung ist im wesentlichen das Auslangen zu finden. Der Anbau von „Bioethanolweizen“ auf Stilllegungsflächen anstelle von Körnerraps erhöht den Deckungsbeitrag von Raps zusätzlich, da es im Gegensatz zu Industrieraps bei SL-Weizen keinen Preisabschlag gibt. Eine Ummeldung von Industrieraps zu Konsumraps ist möglich.

Miscanthus stellt kaum Ansprüche an Bestandesführung

Der Anbau von Miscanthus kann von den drei genannten Kulturen den höchsten Deckungsbeitrag liefern, allerdings nur in guten Maisanbaugebieten. Die Kultur ist mit Ausnahme der ersten zwei Jahre in der Kulturführung relativ einfach und unproblematisch, da geringer Düngungsaufwand und kein Pflanzenschutz notwendig sind. In den besseren Anbaulagen des Waldviertels ist nach Meinung der Experten ein Trockenmasseertrag von 12 bis 14 Tonnen pro Hektar erzielbar. Eine Miscanthus-Kultur geht ab dem dritten Jahr in den vollen Ertrag und kann bis zu 20 Jahre genutzt werden. Die spätere Umwandlung in einen normalen Acker ist möglich, aber mit einem erheblichen Aufwand und relativ hohen Kosten von ca. € 400,- pro Hektar verbunden.

Weitere Information bei Direktor DI Franz Breiteneder
Telefon: 02822/52402
E-Mail: fs.edelhof@wvnet.at
www.lfs-edelhof.ac.at


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Aktualisiert am: 08.03.2007 13:33
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