Elektronik und Roboterarm ersetzen den Melker

Gestern waren sie noch unvorstellbar, morgen gehören sie zum betrieblichen Alltag. Automatische Melksysteme brauchen wie alle Technik einen gut ausgebildeten Betriebsleiter, sonst wird der Traum von der leichten Arbeit bald zum Alptraum für die Betriebskasse.
Die Wirtschaftlichkeit automatischer Melksysteme hängt von mehreren Faktoren.
Die Wirtschaftlichkeit automatischer Melksysteme hängt von mehreren Faktoren.
Die Wirtschaftlichkeit automatischer Melksysteme wird von mehreren Punkten bestimmt, und zwar von
• dem Investitionsaufwand für das automatische Melksystem und der konventionellen Vergleichstechnik,
• den Betriebskosten,
• der ermolkenen Milchmenge sowie
• betrieblich unterschiedlich zu bewertender Aspekte wie Arbeitszeiteinsparung, geringerer Raumbedarf oder freiere Arbeitszeitdisposition durch den Wegfall der starren täglichen Melkzeiten.

Automatische Melksysteme erfordern relativ hohe Investitionen. Daraus resultieren hohe jährliche Festkostenbelastungen. Um eine annehmbare Kostendegression - das heißt niedrigere Festkosten je kg Milch- zu erhalten, ist eine möglichst hohe Milchmenge mit dem automatischen Melksystem täglich zu ermelken. Je mehr Melkvorgänge täglich ablaufen und je höher die Einzelgemelke dabei sind, umso mehr wird diese grundsätzliche betriebswirtschaftliche Anforderung erfüllt. Die übliche Angabe von 60 melkenden Kühen je Einboxenanlage kann damit nur als grober Anhaltswert dienen. Angestrebt sollten jährliche Milchleistungen von 500.000kg und mehr werden, um die Festkostenbelastung des automatischen Melksystems vertretbar zu gestalten. Nach Herstellerangaben erreichen einzelne Spitzenbetriebe eine jährliche Milchleistung je Einboxenanlage bis 700.000 kg und in wenigen Einzelfällen auch mehr.

Text von Prof. Dr. Josef ECKL, FH Weihenstephan


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Aktualisiert am: 11.01.2005 11:44
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