Eisl warnt vor Auswirkungen der aktuellen Milchpreisentwicklung

Scharfe Kritik an AK-Empfehlung, in Deutschland einzukaufen
„War die Situation der heimischen Milchbauern im Sommer bereits ernsthaft, so ist sie jetzt dramatisch! Die aktuellen Preissenkungen des Handels bei Milch und Milchprodukten bedeuten eine Bedrohung der Existenz unserer Milchwirtschaft. Wenn sich die Preisspirale so weiter dreht, vertreiben wir die Milchviehhaltung endgültig ins Ausland. Und ich frage mich, ob es das ist, was Handel und Arbeiterkammer wollen?“, so der Salzburger Landesrat Sepp Eisl zur aktuellen Milchpreissituation. Nach einer deutlichen Preissenkung in Deutschland zieht der Handel in Österreich nun nach. Die Zusagen aus dem Sommer, keine Schleuderaktionen mit Milch und Milchprodukten mehr zu veranstalten, sind offensichtlich vergessen.

Verlust von Arbeitsplätzen in zahlreichen Branchen droht
„Die Empfehlung von Arbeiterkammer-Präsident Siegfried Pichler, in Deutschland einzukaufen, mag oberflächlich betrachtet ein wertvoller Tipp des Konsumentenschützers Pichler sein. Aber hat er jemals über die Konsequenzen nachgedacht? Umsatzeinbrüche für die Bauern, Umsatzeinbrüche für die Verarbeiter, Umsatzeinbrüche für den heimischen Handel, Kaufkraftverlust in allen diesen Branchen, Arbeitsplatzverlust in all diesen Branchen, also auch bei den Arbeitnehmern, die Pichler als Präsident der Arbeiterkammer zu schützen hat!“, so Eisl, „Langfristig wird auch der Tourismus in Salzburg dadurch gefährdet sein! Ist das unser Ziel? Diese Frage geben ich jenen mit, die jetzt glauben, dass es "nur um ein paar Bauern" geht….

Versorgungssicherheit in Gefahr
Eisl sieht regionale Versorgungssicherheit in großer Gefahr, wenn diese Preispolitik fortgesetzt wird und meint, Lebensmittel seine zu viel Wert, als dass sie zum Spielball durchsichtiger Marketingaktionen werden dürfen. „Wollen wir wirklich Butter aus Deutschland, Holland oder Italien kaufen und damit langfristig die regionale Wertschöpfung und unzählige Arbeitsplätze gefährden? Wollen wir eine neue Abhängigkeit vom Ausland bei Lebensmittel schaffen? Im Energiesektor versuchen wir gerade, Abhängigkeiten zu reduzieren, und bei den Lebensmitteln schaffen wir neue Abhängigkeiten! Niemand kann die Augen vor der internationalen Marktentwicklung verschließen, aber wir werden auch zeigen müssen, ob wir weiterhin Landwirtschaft in Salzburg haben wollen oder nicht“.


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Aktualisiert am: 20.11.2008 09:51
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