Einzelfressstände oder Abruffütterung?

Für die Gruppenhaltung tragender Sauen stehen eine Reihe unterschiedlicher Fütterungsverfahren zur Verfügung. Immer mehr fokussiert sich die Diskussion auf Einzelfressstände und Abruffütterung.
Alle Sauen stehen in den Einzelfressständen einmal täglich nebeneinander und können bequem von vorne und hinten kontrolliert werden.
Alle Sauen stehen in den Einzelfressständen einmal täglich nebeneinander und können bequem von vorne und hinten kontrolliert werden.
Im Beitrag werden Kriterien aufgeführt, mit deren Hilfe Landwirte und Berater bei Planungen ihre Entscheidungsgrundlage objektivieren können. Die Benotung der Kriterien reicht von 1 (Anforderungen uneingeschränkt erfüllt) über 2 (Anforderungen eingeschränkt erfüllt) bis 3 (Anforderungen nicht erfüllt).

Synchrones Fressen
Sowohl Wild- als auch Hausschweine haben gemeinsame Fressperioden. Um Konkurrenzsituationen zu vermeiden, wird beim Fressen ein entsprechender Abstand zueinander eingehalten. Da insbesondere bei Deck- und Wartesauen das Futterangebot sehr beschränkt ist, entsteht ein erheblicher Konkurrenzdruck.

Bewertung der Abruffütterung
Durch das rationierte Futterangebot werden Aggressionen ausgelöst, die bei der Abruffütterung über die gesamte Fütterungsperiode von beispielsweise 10 Stunden pro Tag andauern. Aus diesen Gründen erlaubt die schweizerische Gesetzgebung maximal 35 Sauen an einer Futterstation. In Schweden ist die Abruffütterung nicht erlaubt, da kein synchrones Fressen möglich ist. Der mit dem Nacheinanderfressen verbundene Stress kann das Verletzungsrisiko unter den Sauen erhöhen und Ursache für erhöhte Umrauschraten sein.
Note 3

Bewertung der Einzelfressstände
Bei Einzelfressständen ist ein synchrones Fressen möglich und die Sauen sind gegeneinander durch Fressstände geschützt, deren Zugänge während der Fütterung verschlossen sind.
Note 1

Individuelle Futterzuteilung
Bewertung der Abruffütterung
Bei der Abruffütterung wird jedes Tier computergesteuert mit der zugedachten Futtermenge und Futtersorte versorgt. Die Beurteilung der Kondition ist Grundlage für gezielte Eingaben in den Fütterungscomputer.
Note 1

Bewertung der Einzelfressstände
In der Regel werden zunächst alle Sauen derselben Produktionsphase über einen Dosiermechanismus mit einer Grundration von z. B. 2,0 bis 2,5 kg Futter versorgt. Danach erhalten einzelne Tiere von Hand eine entsprechende Zulage, so dass alle Tiere individuell versorgt sind. Damit die Handzulage systematisch erfolgen kann, muss die Körperkondition aller Sauen monatlich bewertet und die entsprechenden Tiere farblich gekennzeichnet werden. Dies gelingt relativ einfach, weil alle Tiere einmal täglich nebeneinander stehen und so gut in ihrer Kondition verglichen werden können.
Note 1

Autor: Rudolf WIEDMANN, LSZ Boxberg (D)




Aktualisiert am: 26.09.2007 15:07
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