Einsatz von Rapsextraktionsschrot in der Schweinefütterung

Die Verfütterung von Rapsextraktionsschrot (RES) an Schweine wird im Gegensatz zur Vergangenheit heute positiver bewertet. Problematisch waren vor allem die antinutritiven Inhaltsstoffe Erucasäure und Glukosinolate. In der Rationsberechnung muss im Vergleich zu Sojaextraktionsschrot der niedrigere Rohprotein- und Energiegehalt und der höhere Rohfaseranteil beachtet werden.
Tabelle 1 (Zur Vergrößerung auf das Bild klicken)
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Doch Erucasäure spielt bei den neuen Sorten eigentlich keine Rolle mehr. Zwar sind Glucosinolate immer noch, wenn auch zumeist in geringen Mengen, im RES vorhanden. Wissenschaftlich wurde nachgewiesen, dass Schweine Glucosinolatmengen in der Gesamtration von 1,5-2 mmol/kg vertragen und im RES wie in Tabelle 1 gezeigt im Durchschnitt nur 7 mmol/kg RES vorhanden sind. Damit kann der RES-Anteil am Gesamtfutter durchaus 20 % betragen. In der Tabelle 1 werden die Ergebnisse des deutschlandweiten Rapsmonitorings von 2005 bis 2008 aufgezeigt. Die Werte verdeutlichen, dass sich das Rapsextraktionsschrot in der Vergangenheit zu einem stabilen und in den Inhaltsstoffen konstanten Futtermittel entwickelt hat.

Eiweißreiches Futtermittel für Schweine

Vergleicht man RES und Sojaextraktionsschrot, dann besitzt RES etwa 10% weniger Rohprotein und etwa 8g weniger Lysin pro kg. Zudem sind die meisten essentiellen Aminosäuren schlechter verdaulich als die des Sojaschrotes. Berücksichtigt man diese Unterschiede in der Rationsberechnung und gleicht sie durch andere Komponenten aus, ist RES aber dennoch ein hervorragendes eiweißreiches Futtermittel für Schweine.

Rapsextraktionsschrot: 10 % in der Vormast, 15 % in der Endmast

Rapsextraktionsschrot: Heimisches Eiweißfuttermittel in der Mast
Rapsextraktionsschrot: Heimisches Eiweißfuttermittel in der Mast
Dies zeigen in der jüngeren Vergangenheit durchgeführte Versuche an wissenschaftlichen Einrichtungen. So konnte 2006 in eigenen Fütterungsversuchen gezeigt werden, dass sowohl der Einsatz von 10% RES in der Vormast und 15 % in der Endmast als auch 15 bzw. 20% keine signifikante Verschlechterung der biologischen Mastergebnisse erbracht haben. Eine etwas geringere Futteraufnahme in der Endmast, führte in der Versuchsgruppe (20% RES) in der Endmast zu etwa 25 g geringeren Gesamtzunahmen. Besser waren jedoch der Futteraufwand, sowie der Magerfleischanteil in der Versuchsgruppe. Dies führte zu finanziellen Vorteilen von bis zu 5 € pro Schwein. Ähnliche Ergebnisse erzielten Weiß u.a. 2004 in einem Versuch im landwirtschaftlichen Versuchszentrum Hessen. Dort waren bei 10 bzw. 15 % RES im Futter sowohl die Tageszunahmen, der Futteraufwand sowie der Magerfleischanteil leicht verbessert. In einem von Berg u.a. 2007 in Braunschweig durchgeführten Versuch, erbrachten 15% RES im Endmastfutter einen Rückgang von ca. 50 g Tageszunahmen bei leicht verschlechtertem Futteraufwand, aber deutlich besserem Magerfleischanteil.

Versuche in der Sauen- und Ferkelfütterung stehen in Kürze zur Verfügung

Im Jahr 2007 konnten dazu 7 Praxisbetriebe (Hessen, NRW und Sachsen-Anhalt) gewonnen werden, die hinsichtlich Tiermaterial, Fütterungstechnik und Futterstrategie sehr verschieden waren. Durch den Einsatz von 5% RES im Vormast- und 10% RES im Endmastfutter ergaben sich in keinem der Betriebe Unterschiede zu den parallel gemästeten Gruppen ohne RES. Das gleiche Ergebnis erbrachte die ein Jahr später durchgeführte Studie mit 10 bzw. 15% RES. Als Empfehlung aus alle den angeführten Ergebnissen lässt sich der Einsatz von mindestens 10% RES im Vormastfutter und 15 % im Endmastfutter ableiten. Konkrete Versuchsergebnisse im Bereich Sauen- und Ferkelfütterung fehlen zurzeit, sodass dort nur Empfehlungen von 5-10% bzw. 5% gegeben werden können. Entsprechende Ergebnisse sollen aber in Kürze zur Verfügung stehen. (Quelle: Proteinmarkt, Dr. Manfred Weber, LLFG Iden)


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Aktualisiert am: 17.10.2009 17:01
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