Einheitswertbescheid: Pauschalierung bleibt

Im Ministerrat wurde die Weiterentwicklung der Pauschalierung der landwirtschaftlichen Betriebe beschlossen.
 BM Niki Berlakovich sieht die Modernisierung der Einheitswerte als gelungenen Schritt. Foto: BMLFUW/Robert Polster
BM Niki Berlakovich sieht die Modernisierung der Einheitswerte als gelungenen Schritt. Foto: BMLFUW/Robert Polster
Einigung bei den Einheitswerten: Neben der Bodenbewertung und Viehzuschläge werden künftig auch Ausgleichzahlungen in die Einheitswertberechnung einfließen. Die Vollpauschalierungsgrenze wurde von 100.000 Euro auf 75.000 Euro gesenkt, bis 130.000 Einheitswert besteht die Möglichkeit zur Teilpauschalierung.

„Das ist eine Modernisierung des bewährten Einheitswertsystems, so haben wir gemeinsam mit allen Beteiligten eine Bürokratielawine für die Landwirtschaft verhindert“ so Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich.

Das Herzstück der Novelle des Bewertungsgesetzes ist die Anpassung der Einheitswerte an die gegebenen Wertveränderungen in der Land- und Forstwirtschaft durch eine neue Gewichtung der Einheitswertkomponenten bei den landwirtschaftlichen Einheitswerten. Diese besteht aus einem Anteil "Natürliche und wirtschaftliche Ertragsbedingungen " mit 83%, einem Anteil "Öffentlichen Zahlungen aus der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik " mit 13% und den Vieheinheiten-Zuschlägen mit 4%. Die Novelle wird im Schnitt zu einer Erhöhung der landwirtschaftlichen Einheitswerte um 5 bis 10% sowie um durchschnittlich 10% in der Forstwirtschaft führen.

Künftig soll auch eine laufende Fortschreibung der neuen Einheitswerte sichergestellt werden, um deren Aktualität zu garantieren. Die dafür notwendigen Daten sollen aus der Agrar- und Finanzverwaltung sowie der Sozialversicherung bereitgestellt und zusammengeführt werden.

Im Bereich der land- und forstwirtschaftlichen Pauschalierungsverordnung sind folgende Änderungen vorgesehen: Der Gewinnermittlungssatz wird von 39% auf 42% angehoben. Gleichzeitig wird die Einheitswertgrenze für die Vollpauschalierung von EUR 100.000,- auf 75.000,- abgesenkt. Darüber hinaus wird als Grenze für die Vollpauschalierung eine Betriebsgröße von 60 ha reduzierte landwirtschaftliche Nutzfläche, 120 Vieheinheiten und 5 ha Obstbauflächen festgelegt.

Weiters einigten sich die Verhandlungsführer von ÖVP und SPÖ auf eine Weiterführung der Teilpauschalierung für Betriebe mit einem Einheitswert zwischen EUR 75.000,- und 130.000,- (bisher EUR 150.000,-). Der allgemeine Ausgabensatz bleibt wie bisher bei 70%, für Veredelungsbetriebe wird der Ausgabensatz auf 80% erhöht. Einigkeit besteht auch darüber, dass der Einheitswert auch weiterhin die Grundlage für pauschale Einkommensermittlung und Sozialversicherungen bleiben soll.

Damit die Hauptfeststellung rechtzeitig bis 01.01.2014 durchgeführt werden kann, muss die Reform bis Ende des Jahres im Parlament beschlossen werden.

Aktualisiert am: 16.10.2012 16:21
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