Einfluss der Saatstärke und der Sätechnik auf den Maisertrag

Kein Thema wurde in den letzten Jahren so kontrovers diskutiert wie die Frage der Gleichstandsaat und der Saatstärke. Für unterschiedliche Produktionszwecke lassen sich jetzt fundierte Empfehlungen geben.



Der Gesamtpflanzenertrag konnte in allen Jahren durch die Saatstärke erhöht werden.
Der Gesamtpflanzenertrag konnte in allen Jahren durch die Saatstärke erhöht werden.
Die Erfahrung zeigt, dass bei hohen Saatstärken eine gute Sätechnik mit geringer Sägeschwindigkeit und qualitativ hochwertigem Saatgut mit guter Triebkraft angewendet werden muss. Die Frage ist hier, ob es nicht von vornherein günstiger wäre mit geringer Saatstärke, aber präzise gesät, den gleichen Effekt zu erzielen, wie mit hoher Saatstärke allerdings schlampig gesät mit hohen Pflanzenausfällen bis zur Ernte. Bei Körnermais trifft dies eindeutig zu. Bei Silo- und Biogasmais muss auf alle Fälle eine Mindestpflanzenanzahl von 85.000 je ha gegeben sein.



Speziell für Körnermais heißt das Resumée für die Praxis, dass die möglichen Ertragssteigerungen durch Erhöhung der Saatstärke oder Gleichstandsaat nur dann gegeben sind, wenn eine ausreichende Nährstoff- und Wasserversorgung für die höhere Pflanzen- und Kornzahl vorhanden ist. Wesentlich ist, dass der Pflanzenausfall durch die dichtere Saat nicht immer durch einen höheren Einzelpflanzenertrag ausgeglichen werden kann. Die höheren Erträge der Gleichstandsaat von 3,7 bis 11,9 % je nach Jahr und Sorte sind durch eine präzisere Saat mit geringeren Pflanzenausfällen (hohe Triebkraft des Saatgutes ist notwendig) mit vorhandener Technik vielleicht sogar einfacher erreichbar.

Für Biogasmais lohnt es sich, mit höhere Saatstärken bei Gleichstandsaat zu arbeiten. Bei Silomais können mit höheren Saatstärken, sofern Nährstoff- und Wassergehalt ausreichen, bessere Erträge einfahren wenn, wenn die Kolbenentwicklung nicht allzu negativ beeinflusst wird. Für eine Empfehlung der Gleichstandsaat bei Silomais fehlen Untersuchungen über die energetischen Auswirkungen. Weil für Biogas- und Silomais die Pflanzenanzahl eine sehr große Rolle spielt, müssen die Triebkraft des Saatgutes, Saatbettqualität, Technik und Säqualität optimal sein.

Autor: Dr. Karl Mayer, LK-Steiermark, Graz


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Aktualisiert am: 23.03.2005 11:43
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