Einachsgeräteträger mit Mulcher im Praxisvergleich

Das LANDWIRT Testteam und die BLT Wieselburg haben vier Einachsgeräteträger in der Praxis und auf dem Prüfstand getestet. Was diese Kraftprotze beim Mulchen und Mähen leisten, erfahren Sie in unserer dreiteiligen Serie.
AEBI CC 66 mit DSP T 1176 AB5 Mulcher
AEBI CC 66 mit DSP T 1176 AB5 Mulcher
Extensive Bewirtschaftung fördert die Verbuschung und Verwaldung. Wer Flächenabzüge durch die AMA verhindern möchte, muss Weideflächen offen halten. Im exponierten Gelände kommt man mit Traktor und Mulcher nicht weiter. Hier können leistungsstarke Einachs-Geräteträger eine wertvolle Hilfe sein. Wir haben die stärksten Motormäher der Hersteller AEBI, Brielmaier, Rapid/Reform und TerraTec in der Praxis getestet. Dabei waren wir nicht nur mit dem Mähbalken im Einsatz. Nein, wir haben die Geräte auch beim Mulchen unter die Lupe genommen. Im ersten Teil unserer Testserie gehen wir neben technischen Aspekten auf die Leistung, den Kraftstoffverbrauch und die Hangtauglichkeit der vier Mäher ein. In den nächsten LANDWIRT Ausgaben berichten wir über das Handling und die praktischen Erfahrungen.

Vier Kraftprotze
Die Motorleistungen unserer Testkandidaten waren sehr unterschiedlich: Die beiden Mäher mit mechanischem Geräteantrieb (Aebi CC66, Reform RM25 bzw. Rapid Orbito) leisten laut Hersteller 18 bzw. 21 PS. Brielmaier und TerraTec arbeiten mit hydraulischem Geräteantrieb. Die Motoren sind mit 29 bzw. 28 PS nahezu gleich stark.
Brielmaier Typ 29 mit INO/Grundbichler Alpin H 130 Mulcher
Brielmaier Typ 29 mit INO/Grundbichler Alpin H 130 Mulcher

Die beiden Kooperationspartner Reform und Rapid stellten uns zwei Mäher zur Verfügung: einen roten und einen grünen. Gemulcht haben wir mit dem Reform RM 25. Mit dem baugleichen Rapid Orbito haben wir den Doppelmesser-Mähbalken eingesetzt.

Schlegelmulcher und Doppelmesser-Mähbalken
Wir haben alle Geräteträger mit einem Doppelmesser-Portalmähwerk eingesetzt. Der Rapid Orbito hatte mit 2,22 m die geringste Arbeitsbreite, der Brielmaier mit knapp 3 m die größte. Die beiden anderen Testkandidaten mähten rund 2,4 m breit.
Beim Mulcher ließen wir den Herstellern freie Hand. Aebi und Reform haben einen Schlegelmulcher mit Y-Messer angebaut. Brielmaier und TerraTec gingen mit Hammerschlegeln an den Start. Abgestimmt auf die Motorleistung wählten die Firmen die nach ihrer Einschätzung vernünftigste Arbeitsbreite aus. Die vier Mulcher waren zwischen 1 und 1,6 m breit.

Reform RM25 mit Rapid SM 130 Mulcher
Reform RM25 mit Rapid SM 130 Mulcher
Fahrgeschwindigkeit und Mulchqualität
Auf einer Mülldeponie in der Nähe von Spital a. d. Drau fanden wir ideale Bedingungen für unseren Mulcher-Test vor. Der aufgeschüttete Erdwall hat eine Steigung von 78 % und war sehr gleichmäßig bewachsen. Vor den Messungen hat jeder Hersteller seinen Mulcher durchgecheckt und die Schnitthöhe auf rund 2 cm eingestellt. Die Fahrgeschwindigkeit hängt von der Dichte und Höhe des Aufwuchses und natürlich von der Leistung des Geräts ab. Auf den einzelnen Versuchsflächen wurden Trockenmasseerträge von 3,5–4,2 t/ha ermittelt.
Für die Messfahrten schickten die Hersteller einen Fahrer ihres Vertrauens an den Start. Diese wählten die Fahrgeschwindigkeit nach ihrer eigenen Einschätzung. Dabei haben wir aber auch auf die Mulchqualität geachtet.

Spritverbrauch und Flächenleistung
Die BLT Wieselburg hat den Spritverbrauch und die Flächenleistung beim Mulchen unter Praxisbedingungen gemessen. Dazu haben wir einen eigenen Messtank montiert. Der spezifische Kraftstoffverbrauch der einzelnen Testkandidaten variiert um 13 %. Die Unterschiede bei der Flächenleistung sind deutlich größer als beim Benzinverbrauch.
TerraTec Ibex 28 mit Müthing M-C F Hydro Mulcher
TerraTec Ibex 28 mit Müthing M-C F Hydro Mulcher


Gewicht und Kippgrenze
Das Gewicht der Maschinen hat am Steilhang massive Auswirkungen auf das Handling. Bis zu welcher Neigung man sicher arbeiten kann, entscheidet vor allem die Gewichtsverteilung bzw. die Lage des Schwerpunkts. Bei den Mähern von Reform und TerraTec lassen sich diese Faktoren mit einer verschiebbaren Achse verändern.
Die Kippgrenze und die Lage des Schwerpunkts wurden von den Ingenieuren der BLT Wieselburg am Prüfstand sowohl mit Mulcher als auch mit Mähbalken ermittelt. Das Einsatzgewicht unserer Testkandidaten mit Mulcher differierte um 100 kg. Mit Mähbalken liegt der Unterschied bei 77 kg.
Groß sind auch die Unterschiede bei der Lage des Schwerpunkts. Dieser bestimmt den Kippwinkel des Motormähers bei Bergauffahrt. Das ist jene Steilheit, bei der die Maschine ausbalanciert ist. Der Auflagedruck am Balken oder am Mulcher ist dann gleich null. Wird es noch steiler, steigt das Fahrzeug vorne auf, und der Fahrer muss das Gewicht am Lenkholm auffangen. Diese Kraft spürt man nicht nur beim Bergauffahren, sondern auch bei jedem Wendemanöver wenn man in die Falllinie kommt. Bei kleinen Motormähern sind diese Kräfte noch gut beherrschbar. Die von uns getesteten Maschinen sind aber so schwer, dass der Fahrer bei extremen Manövern schnell überfordert ist. Mit optimaler Gewichtsverteilung fährt man immer sicher bergauf und bergab. Mehr Druck auf den Rädern reduziert die Gefahr des Abrutschens.

Alle Messergebnisse dieses Vergleichstests erfahren Sie in der LANDWIRT Ausgabe 11/2015.

Kostenloses Probeheft Ausgabe 11/2015 mit Vergleichstest Einachs-Geräteträger – Teil 1 bestellen.

Aktualisiert am: 23.05.2015 10:37

Bildbericht vom Vergleichstest

Vier große Motormäher mit Mulcher
Gebrauchte Motormäher
Gebrauchte Schlegelmulcher