Ein „Navi“ für die Besamung

Mit einem Blut-Progesteron-Schnelltest lässt sich seit kurzem der Zeitraum des Eisprungs und somit der optimale Besamungstermin bestimmen. Erste Praxiserfahrungen liegen bereits vor.
Mit dem Blut-Progesteron-Schnelltest kann der aktuelle Zyklusstand der Sau zeitnah festgestellt werden.
Mit dem Blut-Progesteron-Schnelltest kann der aktuelle Zyklusstand der Sau zeitnah festgestellt werden.
Die Wahl des richtigen Besamungszeitpunks bei Sauen ist nie100%ig, mehrmalige Besamungen sind daher die Regel. Treten massive Probleme mit erhöhten Umrauschquoten auf, kann eine Ovardiagnostik mittels Ultraschall Aufschluss geben. Dieses Verfahren braucht Erfahrung, ist nicht weit verbreitet und wird daher in der Praxis nur wenig angewandt. In Einzelfällen besteht die Möglichkeit Sauen Blutproben zu entnehmen und an hierfür spezialisierte Labors zu versenden. Nachteilig ist, dass die Ergebnisse erst spät vorliegen und ein direkter zeitlicher Bezug zum fraglichen Besamungstermin nicht mehr besteht. Seit Frühjahr 2009 steht ein für das Schwein entwickelter Progesteron-Schnelltest auf dem Markt zur Verfügung. Der PIG-REPROKIT® von der Firma CEVA Tiergesundheit soll verlässlich die Bestimmung des Zyklusstands ermöglichen. Die ersten Erfahrungen aus einem 1200er Sauenbetrieb in Baden-Württemberg werden hier zusammengefasst.

Nicht duldende Jungsauen terminorientiert besamen?
Der Betrieb produziert Babyferkel im 2-Wochen-Rhythmus und setzt 24,5 Ferkel nach einer dreiwöchigen Säugezeit ab. Da ausschließlich Fremdarbeitskräfte beschäftigt werden, hat die Arbeitswirtschaftlichkeit einen hohen Stellenwert. Das Absetz-, Brunst- und Belegmanagement ermöglicht innerhalb von 17,5 Stunden alle Sauen terminorientiert* zweimal zu besamen. Die KB 1 erfolgt montags um 12.00 Uhr, die KB 2 dienstags um 5.30 Uhr. In der Vergangenheit zeigte sich, dass ein zunehmender Anteil an Jungsauen bei der terminorientierten KB 1 keinen offensichtlichen Duldungsreflex zeigt, aber nach trotzdem erfolgter Besamung nicht umrauscht.

Autor: Stefan VIEBAHN, Ingenieurbüro für Tierproduktion, Marienheide (D)


Aktualisiert am: 07.12.2009 13:37
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