Eigenes Getreidelager lohnt sich

Ökonomisch erfolgreiche Lagerung verlangt die Vergütung der anfallenden Lagerkosten. Gerade im laufenden Wirtschaftsjahr 2006/07 ist das bisher gelungen. Andererseits gibt es keine Garantie für einen Gewinn aus dem Einlagern von Druschfrüchten.
Für eine die Qualität erhaltende Lagerung über einen längeren Zeitraum ist diese Lagervariante unzureichend.
Für eine die Qualität erhaltende Lagerung über einen längeren Zeitraum ist diese Lagervariante unzureichend.
Bei der Entscheidungsfindung zum Bau eines eigenen Getreidelagers fließen auch künftige agrarpolitische Auswirkungen auf den Betrieb mit ein. So führt die Liberalisierung der Getreidemärkte zur fortwährenden Absenkung der staatlichen Ankaufpreise. Zudem verdichten sich die Anzeichen, dass in absehbarer Zeit die Intervention ganz aufgegeben wird.
Ein 100 ha Ackerbaubetrieb erntet rund 500 t Getreide und Raps und das in einer kurzen Zeitspanne. Fahrten zu weiter entfernten Lagern des Handels, verbunden mit der in dieser Zeit unumgänglichen Wartezeit, sind dann nicht mehr bewältigbar. Folglich schafft allein die Größe des Betriebes die Notwendigkeit, ein eigenes Hoflager bereitzustellen.
Der erste wirtschaftliche Vorteil eines eigenen Lagers schlägt sich in geringeren Transportkosten nieder. Wenn sich beispielsweise die Entfernung zwischen Ackerschlag und Abladestelle von 8 km auf 3 km verringert, verringert das die Transportkosten um 5 Cent von 19 auf 14 Cent/dt.
Wohl ist das Lagern beim Handel einfacher. Denn mit dem Verwiegen, der Beprobung und dem Abladen ist in diesem Fall die Arbeit getan. Diese Tätigkeit sowie das Einlagern lässt sich die aufnehmende Hand aber auch entlohnen.

Fazit
Augenscheinlich kann die eignen Getreidelagerung rentabler sein als die Lohnlagerung. Das bleibt aber abhängig von der unterstellten Mindestverzinsung. Zudem sind die Überschüsse in der Zukunft nicht sicher. Jeder muss so selbst entscheiden, ob diese Entscheidung seiner Risikoeinstellung entspricht.
Bleibt anzumerken, dass die im Beispiel genannten Werte im eigenen Betrieb stark abweichen können.

Autor: Joachim RUHMANN, Weyern


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Aktualisiert am: 23.01.2007 15:42
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