Effiziente N-Düngung beim Winterweizen

Bedarfsgerechte N-Dosierung und -Aufteilung ist Voraussetzung für effiziente Nutzung, optimale Ertragsstruktur, Ertragsleistung und Qualität.
Sind die Bestände knapp versorgt und droht Trockenheit, sollte die Spätdüngung möglichst früh ausgebracht werden.
Sind die Bestände knapp versorgt und droht Trockenheit, sollte die Spätdüngung möglichst früh ausgebracht werden.
Stickstoff wird oft als „Motor des Pflanzenwachstums“ bezeichnet. Dieser Vergleich beschreibt die Bedeutung vortrefflich, denn ohne N ist kein Wachstum möglich. Durch die N-Düngung kann Ertragsstruktur, Ertrag und Qualität mehr gesteuert werden als durch jede andere produktionstechnische Maßnahme. Wird der N-Düngeraufwand entsprechend dem Bedarf und dem Verwertungsziel angepasst, zählt die N-Düngung trotz gestiegener Kosten immer noch zu den rentabelsten produktionstechnischen Maßnahmen.

Ertragsstruktur durch frühes N-Angebotes und Anbautechnik festgelegt
Durch angepasste Saattermine und Aussaatmengen sollte nach Möglichkeit dafür gesorgt werden, dass bis Vegetationsbeginn ein leistungsfähiges Wurzelsystem angelegt und ca. 220 Pflanzen, mit durchschnittlich je 2,5 kräftigen Trieben (Haupt- plus Nebentrieb mit mehr als 3 Blättern) entwickelt wurden. Wurde diese Triebzahl erreicht, die annähernd der Zielährenzahl von ca. 550 Ähren/m² entspricht, genügen verhältnismäßig geringe Anfangsdüngergaben, da die weitere Triebbildung nicht mehr stark gefördert werden muss. Bei gut entwickelten Ausgangsbeständen und einem angepasstem geringem N-Angebot während der Bestockungsphase ist gewährleitstet, dass die überzählig angelegten schwächeren Triebe rechtzeitig reduziert werden. Werden Weizenbestände unter dem Einfluss eines überhöhten frühen N-Angebotes (oder überhöhter Aussaatmengen), während der Bestockungs- und frühen Schossphase zu dicht und die Reduktion von überzähligen Trieben verzögert oder ganz verhindert, wird dadurch die Konkurrenz um die Wachstumsfaktoren, Licht, Nährstoffe, Wasser usw. verschärft. Die Folge ist eine gesteigerte Reduktion der Kornanlagen. Überhöhte Triebzahlen vermindern nicht nur die Kornzahl/Ähre, sondern führen durch den erhöhten Konkurrenzdruck auch zu schlechterer Kornausbildung. Außerdem nehmen Lager- und Krankheitsdruck zu, Ertragssicherheit und Kornqualität sind gefährdet.

Spätdüngung fördert Ertrag und Protein
In einer vierjährigen Versuchsserie wurde Astron mit 3 unterschiedlichen Düngermengen bis einschließlich EC 32 gedüngt (70 kg, 100 kg und 130 kg N/ha). Diese Mengen wurden auf 2 bzw. 3 Teilgaben aufgeteilt und bei Vegetationsbeginn, bei Schossbeginn und beim 2-Knotenstadium ausgebracht. Als Ergänzung zu dieser N-Grundversorgung wurden differenzierte N-Spätdüngergaben verabreicht. Durch die Addition von N-Grund- und Spätdüngung errechnete sich ein Gesamtdüngerangebot zwischen 70 und 250 kg N/ha. Die Ergebnisse zeigen, dass schon mit der niedrigsten N-Grunddüngergabe Spitzenerträge erreicht wurden, wenn die ergänzende Spätdüngung rechtzeitig, bei EC 39, in ausreichender Höhe, mindestens 80 kg N/ha, ausgebracht wurde. Wurde die Spätdüngergabe weiter gesteigert, wurden nicht nur Spitzenerträge, sondern auch Spitzenproteinwerte erreicht. Bei optimaler N-Düngeraufteilung wird das Ertragsoptimum schon mit ca. 150 kg N/ha annähernd erreicht. N-Düngergaben über 180 kg N/ha führten zu keinen weiteren Ertragssteigerungen. Allerdings hatten die Proteinwerte auf ein erhöhtes N-Angebot positiv reagiert und sind vor allem bei „spätbetonten“ Düngungsvarianten überproportional angestiegen.

Kornzahl/Ähre, TKG
Die Ergebnisse zeigen, dass unter dem Einfluss des gesteigerten frühen N-Angebotes die Ährenzahlen/m² ansteigt und die Kornzahl/Ähre und das Tausendkorngewicht abnimmt. Differenzierte Spätdüngergaben, ab EC 39, wirken sich dagegen kaum noch auf die Ertragsstruktur aus. Bemerkenswert ist, dass selbst das Tausendkorngewicht weniger auf das Spätdüngerangebot reagiert als auf die frühen N-Düngergaben bzw. auf die bereits festgelegte Bestandesdichte und Kornzahl/Ähre.

Die Nmin-Gehalte sind oft schon kurz nach Vegetationsbeginn starken Schwankungen unterworfen. Außerdem zeigen die Versuche, dass unter den Standortbedingungen von Roggenstein die Nmin-Werte die pflanzenverfügbare N-Menge während der Vegetationsperiode nur unzureichend beschreiben. Bei geringerem N-Gesamtangebot war die Nutzung des so genannten Priming-N in höherem Maße möglich als bei hohen N-Düngergaben. Nach gesteigerten N-Grunddüngergaben stieg die N-Verwertung durch die Körner nicht an, es hatte lediglich die N-Menge im Stroh zugenommen.

Autor: Johann DENNERT, Roggenstein


Autor:
Aktualisiert am: 07.04.2008 15:48

Landwirt.com Händler Landwirt.com User