EU möchte Lebensmittel-Versorgungskette optimieren

Die EU-Kommission hat eine Mitteilung angenommen, in der es um die Frage geht, wie die Funktionsweise der Lebensmittel-Versorgungskette in Europa verbessert werden kann.
Die Funktionsweise der Lebensmittelversorgungskette in Europa soll verbessert werden.
Die Funktionsweise der Lebensmittelversorgungskette in Europa soll verbessert werden.
Trotz des jüngsten drastischen Rückgangs der Agrarrohstoffpreise liegen die vom Verbraucher zu zahlenden Nahrungsmittelpreise nach wie vor auf einem hohen Niveau. Das wirft Fragen hinsichtlich der Effizienz auf, betonte die EU-Kommission in einer Aussendung. Die Verbesserung der Geschäftsbeziehungen zwischen den Akteuren der Kette werde jedenfalls ein wichtiger Schritt sein und letztlich allen zugute kommen.

In der heute vorgelegten Mitteilung werden konkrete politische Maßnahmen auf der Ebene der Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene vorgeschlagen, die die Funktionsweise der Lebensmittelversorgungskette in Europa verbessern sollen. Diese Kette umfasst wichtige Sektoren - Agrarsektor, lebensmittelverarbeitende Industrie und Lebensmitteleinzelhandel. Auf sie entfallen insgesamt über 7% der Beschäftigung in Europa.

Erhebliche Spannungen in den vertraglichen Beziehungen
In der Mitteilung wird festgestellt, dass es erhebliche Spannungen in den vertraglichen Beziehungen zwischen den Akteuren der Kette gibt. Diese Spannungen haben ihren Grund demnach in der Vielfalt der Interessengruppen sowie in ihrer unterschiedlichen Verhandlungsmacht. Hingewiesen wird darüber hinaus auf die fehlende Preistransparenz entlang der Lebensmittelversorgungskette und auf die erhöhte Volatilität der Agrarrohstoffpreise.

Zur Bewältigung der offensichtlichen Herausforderungen und zur Verbesserung der Funktionsweise der Kette schlägt die Kommission etwa die Förderung nachhaltiger, marktbasierter Beziehungen zwischen den Akteuren der Lebensmittelversorgungskette vor. Die Kommission will gemeinsam mit den Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass unfaire, aus asymmetrischen Verhandlungspositionen resultierende Vertragspraktiken besser ermittelt, die Akteure für die Problematik sensibilisiert und die Unterrichtung über potenzielle missbräuchliche Praktiken erleichtert werden. In enger Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden wird die Kommission etwaige Wettbewerbsprobleme innerhalb der Kette auch weiterhin aufmerksam verfolgen.

Erhöhung der Transparenz der Lebensmittelversorgungskette
Die Kommission veröffentlicht heute außerdem eine erste Version des europäischen Instruments zur Überwachung der Lebensmittelpreise, das zu einem besseren Verständnis der Entwicklungen beitragen soll. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, webbasierte, leicht zugängliche Dienste für einen Vergleich der Lebensmittelpreise im Einzelhandel bereitzustellen. Darüber hinaus sieht die Kommission verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Marktaufsicht bei Agrarrohstoffderivaten vor, um Volatilität und Spekulation einzudämmen.

Verhandlungsposition der Landwirte stärken
Die Kommission wird darüber hinaus ausgewählte Umweltstandards und Systeme im Bereich der Herkunftsangaben überprüfen, die den grenzüberschreitenden Handel behindern können. Sie wird Maßnahmen bewerten, mit denen gegen die Praxis regionaler Angebotsbeschränkungen vorgegangen werden kann, durch die Einzelhändler "gezwungen" werden, vor Ort einzukaufen. Im Primärsektor sollte geprüft werden, wie - unter Einhaltung der Regeln des fairen Wettbewerbs - die Verhandlungsposition der Landwirte gestärkt werden kann, beispielsweise durch Gründung von Erzeugerorganisationen. Dies könnte im Rahmen der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raumes und im umfassenderen Kontext der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 geschehen.

Die Kommission wird bis Ende 2010 über die Fortschritte bei der Umsetzung dieser Vorschläge Bericht erstatten. Da die Einbindung der Interessengruppen und der Mitgliedstaaten von entscheidender Bedeutung für den Erfolg dieser Initiativen ist, wird vorgeschlagen, Zusammensetzung, Status und Mandat der hochrangigen Gruppe für die Wettbewerbsfähigkeit der Lebensmittelindustrie zu erweitern. Die Mitteilung in vollständigem Wortlaut ist unter der Internetadresse http://ec.europa.eu/economy_finance/thematic_articles/article16028_en.htm zu finden. (AIZ)


Aktualisiert am: 16.11.2009 11:44
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