EU gibt stillgelegte Flächen frei

Um etwas gegen den immer größer werdenden Mangel von Getreide und steigende Preise zu tun, erlaubt die Europäische Union den Landwirten den Getreideanbau auf eigentlich still gelegten Flächen. Die Landwirtschaftsminister stimmten am Mittwoch einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission zu.
Die Stilllegungsverpflichtung wird zumindest für ein Jahr ausgesetzt.
Die Stilllegungsverpflichtung wird zumindest für ein Jahr ausgesetzt.
Auf den 10% ihres Landes, die nach EU-Recht eigentlich nicht bestellt werden dürfen, sollen in diesem Herbst und im kommenden Frühjahr Getreide ausgesäht werden können.

Die EU erhofft sich dadurch eine Steigerung der Erzeugung um 10 bis 17 Mio t. Hintergrund des Beschlusses ist die schlechte Ernte 2006, die mit 265,5 Mio t niedriger ausgefallen ist als erwartet. Weil auch die Interventionsbestände über das Wirtschaftsjahr 2006/2007 von 14 Mio t auf etwa eine Mio t gefallen seien, hätten die Preise ein Rekordniveau erreicht, teilte die Kommission mit. Auch die Ernteschätzungen für 2007 seien schlecht. Schuld seien das heiße Wetter vom April sowie schlechtes Sommerwetter in Westeuropa und Hitzewellen im Südosten.

Aus einer schlechten Ernte 2008 in Kombination mit einer 10%igen Stilllegung würden sich für den Binnenmarkt potenziell ernsthafte Risiken ergeben, hatte Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel ihren Vorschlag begründet. Die Flächenstilllegung für Getreide ist seit 1992 in der EU Vorschrift. Ausgenommen sind Landwirte in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Litauen, Lettland, Estland, Zypern, Bulgarien und Rumänien. Nach Kommissionsangaben gilt die Stilllegungsvorschrift derzeit für 3,8 Mio ha Land.

Fischer Boel kündigte an, bei einer Generalüberprüfung der Agrarpolitik ab November zu untersuchen, ob die Flächenstilllegung, die als Mittel gegen Überproduktion eingeführt wurde, immer noch ein geeignetes Instrument ist, oder ob sie abgeschafft werden sollte. Dabei solle auch geprüft werden, wie die positiven Auswirkungen der Flächenstilllegung auf die Umwelt erhalten werden könnten.


Aktualisiert am: 08.10.2007 15:16
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