EU-Schweinepreise: Stabile Verhältnisse zwischen den Feiertagen

Der Schlachtschweinemarkt in Europa zeigt sich zwischen den Feiertagen fast überall von stabilen Preisen gekennzeichnet.
Deutschen Schlachtunternehmen zahlen Hauspreise

In Deutschland blieb der Vereinigungspreis am vergangenen Donnerstagmittag zwar auf unverändertem Niveau stehen, am Donnerstagnachmittag verkündeten dann fast zeitgleich nahezu alle bedeutenden deutschen Schlachtunternehmen einen Hauspreis von 1,42 €. Dieses einheitliche Vorgehen, man ist fast geneigt, eine Absprache zu vermuten, ist aus Sicht der Erzeuger sehr fragwürdig. Viele Vermarkter sind angesichts dieses einheitlichen Vorgehens an der Preisfront gezwungen, in dieser Schlachtwoche von den bisherigen Preisvereinbarungen mit den Schweinehaltern abzuweichen und nur einen um 6 Cent geringeren Basispreis auszuzahlen.

Großbritannien meldet eine relativ ausgeglichene Situation zwischen Angebot und Nachfrage. Aufgrund des kalten Wetters werden die Schlachtschweine dort etwas länger festgehalten. In Frankreich ist das Angebot an schlachtreifen Schweinen nicht zu groß. Anfang Januar wird mit einer größeren Nachfrage an Schweinefleisch gerechnet, die durch die feiertagsbedingt geringere Schlachtmenge nicht gänzlich gedeckt werden kann, so dass der Preis in Frankreich um drei Cent stieg. Damit konnte der französische Schlachtschweinepreis an der dänischen Notierung vorbeiziehen und den niederländischen Preis einholen. Durch die ansonsten unveränderten Notierungen blieb der deutsche Schweinepreis bei den fünf schweinereichsten EU-Ländern vorn, gefolgt von der spanischen Notierung. Platz drei teilen sich Frankreich und die Niederlande.

Tendenz für den deutschen Markt

Bedingt durch die heftigen Preisdiskussionen in den letzten Tagen und die dadurch hervorgerufene Verunsicherung der Schweinemäster werden derzeit mehr Schlachtschweine angeboten als zuvor. Angesichts der eingeschränkten Vermarktungsmöglich­keiten durch die Feiertage kommt es dadurch bei immer mehr Vermarktern zu Überhängen. Für die kommende Schlachtwoche sind daher Preisrückgänge nicht auszuschließen (Quelle: ISN; schweine.net).

Hier kommen Sie zur österreichischen Marktanalyse (Quelle: VLV; Dr. Schlederer)


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Aktualisiert am: 28.12.2010 15:20
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