EU-Schweinemarkt: Teilweise deutliche Preiskorrekturen

Der europäische Schweinemarkt präsentiert sich diese Woche uneinheitlich und turbulent. Der gewaltige Preisrückgang in Deutschland hat auch die Schweinepreise in Österreich mit in die Tiefe (-8 Cent) gerissen.
Mit den frühsommerlichen Temperaturen wird auch die Nachfrage nach Schweinefleisch zum Grillen ansteigen.
Mit den frühsommerlichen Temperaturen wird auch die Nachfrage nach Schweinefleisch zum Grillen ansteigen.
Eine Flaute macht sich derzeit am EU-Schweinemarkt bemerkbar. Während die Notierungen in Dänemark und Spanien diese Woche noch unverändert bleiben und Großbritannien sogar um 4 Cent zulegen kann, geht es in Frankreich (-3 Cent), Belgien (knapp 10 Cent) und Deutschland sowie Österreich (-8 Cent) abwärts. Was sich seit zwei Wochen in Deutschland angekündigt hat, ist nun Realität geworden. Eine zunehmende Sättigung bei allen Absatzschienen führte dazu, dass sich die marktführenden Schlachtunternehmen einig waren und einen deutlichen Preisrückgang durchsetzen konnten. Verschiedene Argumente, wie schlechtes Wetter und die beginnende Auslagerung aus der PLH (von der EU geförderte Private Lagerhaltung) wurden dabei ins Treffen geführt.

Nach der deutlichen Preisrücknahme am letzten Freitag hält die gedrückte Stimmung am deutschen Schlachtschweinemarkt weiter an. Die Aktivität bei den Schlachtungen der Schlachtunternehmen ist auch zu Wochenbeginn noch verhalten, so dass das umfangreiche Angebot an schlachtreifen Schweinen derzeit nicht vollständig platziert ist. Die Marktsituation ist zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer einzuschätzen, betont die Interessenvertretung der Schweinehalter Deutschlands (ISN).

Österreich: Markträumung nicht vollständig möglich

Ähnliche Verhältnisse wie in Deutschland charakterisieren zurzeit auch den Markt in Österreich. Erstmals seit der Dioxinkrise im Jänner gelang es in der abgelaufenen Woche nicht, den Markt zu räumen. Zahlreiche Schweinepartien finden daher erst einige Tage verspätet den Weg zum Schlachthof, berichtet die Schweinebörse. Das frische Angebot, ergänzt mit den Überhängen, ergab somit eine überdurchschnittlich große Menge, was zur Folge hatte, dass man den Preisforderungen der Abnehmer Rechnung tragen musste und den Mastschweine-Notierungspreis um 8 Cent reduzierte.

Nach Schwächeperiode soll sommerlicher Preisaufschwung folgen

"Der Schweinemarkt verzeichnet alljährlich zwischen Frühling und beginnendem Sommer einen mehr oder weniger ausgeprägten Durchhänger. Das Wetter ist dabei nicht unerheblich. So gut die nasskalte Witterung für die Feldfrüchte nun ist, so schlecht ist sie für den Absatz von Grillartikeln. Diese Schwächeperiode dauert üblicherweise zwei bis drei Wochen und ist meist Basis für einen sommerlichen Preisaufschwung ", kommentiert Dr. Johann Schlederer von der Schweinebörse die weiteren Marktentwicklung (Quelle: AIZ).


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Aktualisiert am: 18.05.2011 08:15
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