EU Schweinemarkt KW30/31

Preisdruck am Fleischmarkt erzwingt Preisreduktion.
Der Preisdruck am europäischen Fleischmarkt bleibt aufrecht. (Foto: Archiv)
Der Preisdruck am europäischen Fleischmarkt bleibt aufrecht. (Foto: Archiv)
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) in Deutschland und die Österreichbörse mussten dem Druck am Fleischmarkt nachgeben und ihre Notierungen um 2 Cent reduzieren. Dies berichten Österreichbörse und Styriabrid in ihrem aktuellen Marktbericht. Das Zusammenzutreffen mehrerer Markteinflüsse bedingt aktuell eine äußerst schwierige und für Erzeuger unverständliche Marktlage. Seit Wochen ist EU-weit das Schweineangebot nicht untypisch für diese Jahreszeit zwischen 5 und 10% unter der Durchschnittslinie. Dies sollte üblicherweise zu einer positiven Preisentwicklung führen. Die Marktbeteiligten sind jedoch momentan mit einer außerordentlich untypischen Entwicklung konfrontiert. Zur üblichen Konsumflaute wegen der urlaubsbedingt zum Teil entvölkerten Ballungszentren überlagert die Krise am Weltschweinemarkt das ohnehin schwierige Marktszenario. Die Marktdominatoren von Deutschland, allen voran Tönnies und Vion, machten mit Hauspreisforderungen neuerlich Druck. Der Vereinigungspreis musste demzufolge nach Minus 3 Cent der Vorwoche neuerlich um 2 Cent nach unten gesetzt werden. Die Preis- und Mengendruckwelle aus Deutschland hat somit auch für die restlichen EU-Länder entsprechende Konsequenzen. Nur in den Mittelmeerländern ist der Preisdruck durch den dort absatzbelebenden Sommertourismus weniger stark ausgeprägt.
In Österreich war der Schlachtschweinemarkt bis zur jüngsten deutschen Entwicklung wie seit Wochen leergefegt. Dies war jedoch primär dem phasenweise mehr als 10% unterdurchschnittlichen Angebot geschuldet als einem florierenden Fleischgeschäft. Die aktuelle Sommerhitze ist zudem alles andere als Impulsgeber beim Fleischabsatz. Zurzeit hat der Wurstsalat Hochsaison und weniger das Grillkotelett. Vor diesem Hintergrund und eines leicht angestiegenem Schweineangebotes musste an der Ö-Börse der Abnehmerforderung nach Preisrücknahme stattgegeben werden. Dass einige Abnehmer eine stärkere Rücknahme als 2 Cent gefordert hatten, ist dabei kein Geheimnis – berichtet die Ö-Börse.
Die Mastschweine-Notierung für die Börsewoche von 26. Juli bis 1. August ist somit bei 1,46 Euro (Berechnungsbasis: 1,36 Euro) je kg Schlachtgewicht.
(Quelle: Styriabrid/Ö-Börse)

Aktualisiert am: 27.07.2018 12:08