EU-Milchmarkt derzeit stabil

Die Situation am EU- Milchmarkt wird als „insgesamt stabil“ bezeichnet. Magermilchpulver befindet sich saisonüblichen Sommerloch, die Nachfrage wird aber wieder steigen, vor allem aufgrund der Nahrungsmittelhilfe für Ostafrika. Auch bei der Käseexportfrage mit Russland zeichnet sich eine Lösung ab.
Die Milchanlieferung hat Anfang Juli in Deutschland im Vergleich Ende Juni um 0,3% abgenommen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum sieht man jedoch ein Plus von 3,3 %.
Die Milchanlieferung hat Anfang Juli in Deutschland im Vergleich Ende Juni um 0,3% abgenommen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum sieht man jedoch ein Plus von 3,3 %.
"Die Ware wird gebraucht", zeigte sich der Beobachter mit Blick auf die Nahrungsmittelhilfe in Richtung Ostafrika zuversichtlich. Zwar seien ihm derzeit keine Details zu Anfragen nach Milchprodukten bekannt, jedoch sei gut vorstellbar, dass auch Magermilchpulver aus der EU an das Horn von Afrika geliefert wird. Das wiederum würde zur Stabilisierung der Preise am EU-Binnenmarkt beitragen. Den Markt beschäftigt derzeit auch die Frage, wie die Auslagerung von Magermilchbeständen aus der Bedürftigenhilfe der EU-Kommission vorangeht. Private Händler haben noch bis Ende September Zeit, ihre gekauften Mengen abzurufen und dann ihrerseits weiterzuverkaufen. Interessant sei in dem Zusammenhang, wie schnell sie dies tun beziehungsweise inwieweit sie sich Zeit lassen, um die Preise nicht unter Druck zu setzen. Insgesamt berichteten Beobachter aus dem Umfeld der Kommission, dass EU-Magermilchpulver im Vergleich zu US- und ozeanischer Ware prinzipiell wettbewerbsfähig sei. Gleiches treffe für europäisches Vollmilchpulver zu, während EU-Butter gemessen am Weltmarktniveau zu teuer sei.

Käseexport nach Russland: Lösung möglich
Politische Beobachter erwarten, dass bei den aktuellen Auseinandersetzungen um den Käseexport nach Russland bald eine Lösung gefunden werden dürfte. Die Russen wollen Käselieferungen einiger Unternehmen beziehungsweise Betriebsstätten aufgrund vermeintlicher qualitativer Schwächen nicht akzeptieren. "Die Lage hat sich zuletzt entspannt", meinte ein Kenner der Situation.

Deutscher Milchmarkt: Preise stabil
Am deutschen Milchmarkt halten sich die Preise insgesamt stabil auf einem anhaltend hohen Niveau. Die Milchanlieferung hat Anfang Juli auf Bundesebene im Vergleich Ende Juni um 0,3% abgenommen, zeigt sich aber gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einem Plus von 3,3% deutlich erhöht. Bei Butter konnten in Deutschland jüngst weitere Preissteigerungen gegenüber den Händlern durchgesetzt werden. Ob diese Notierungen Bestand haben werden, wird am Markt unterschiedlich gesehen. Optimisten rechnen damit, dass erhöhte Preise für Butter im Discounter im Zuge der allgemein angezogenen Lebensmittelpreise akzeptiert werden. Andere Marktbeobachter gehen eher davon aus, dass die Nachfrage nach der jüngsten Preiserhöhung abgebremst werde. Zudem sorge die Urlaubszeit für einen beruhigten Verbrauch. Ein Händler spricht von einem rückläufigen Ordervolumen bei Butter. Die Anpassung des Marktes scheint hier noch nicht abgeschlossen zu sein.


Autor:
Aktualisiert am: 03.08.2011 14:01
Landwirt.com Händler Landwirt.com User