EU-Milchaufkommen im Jänner 2009 rückläufig

Für Jänner 2009 zeichnet sich in der EU ein Rückgang der Milchanlieferung im Vergleich zum Vorjahr ab. Auch in Deutschland war das Aufkommen in der ersten Jännerhälfte etwas geringer als vor einem Jahr, allerdings um weniger als 1%. In Österreich lagen die angelieferten Mengen im ersten Jännerdrittel um 0,4% über, im zweiten Monatsdrittel aber bereits um 1,3% unter dem Vorjahreswert.
Im Jahr 2008 ist das Milchaufkommen in der EU im Vergleich zu 2007 um rund 1 Mio. t gestiegen, wobei knapp 400.000 t auf den zusätzlichen Produktionstag am 29.02. (Schaltjahr) zurückzuführen sind. Das Wachstum konzentrierte sich auf das erste Quartal, teilt die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn mit.

Starke Unterlieferung zeichnet sich ab
Die EU-Quotenerhöhungen ab April 2008 von 2% - in elf Mitgliedstaaten waren es 2,5% - sind in den meisten Ländern nicht oder nicht in vollem Umfang genutzt worden. Überlieferungen im laufenden Milchwirtschaftsjahr sind daher in den meisten Mitgliedstaaten äußerst unwahrscheinlich. Die Gesamtheit der Milchquoten in der EU wird wohl so stark unterliefert werden wie nie zuvor, prognostiziert die ZMP, auch nach der Quotenerhöhung ab dem 01.04.2009 um ein weiteres Prozent.
Die Erzeugermilchpreise, die derzeit in den meisten Ländern weiter zurückgehen, bieten dafür wenig Anreiz. Diese Tatsache zeigt auch, dass trotz unterlieferter Quoten in der Union ein Überangebot am Markt (auch infolge der verringerten Nachfrage) vorhanden sein kann.

In Österreich geht die Anlieferung zurück
In Österreich zeichnet sich, wie berichtet, für das am 31.03. zu Ende gehende Quotenjahr 2008/09 wiederum eine Überlieferung ab. Bis vor kurzem war die Agrarmarkt Austria noch von einer saldierten Überschreitung in der Höhe von etwa 30.000 t ausgegangen. Zu Jahresbeginn 2009 sind die Bauern aber auf die Bremse gestiegen. Die Mengen lagen im Dezember 2008 noch um 1,8% über dem Vorjahresniveau, im ersten Jännerdrittel machte das Plus aber nur mehr 0,4% aus und in der zweiten Jänner-Dekade waren es nach Angaben der Agrarmarkt Austria bereits minus 1,3%. (AIZ)


Autor:
Aktualisiert am: 19.02.2009 13:53
Landwirt.com Händler Landwirt.com User