EU-Milchanlieferungen rund 7 % unter der Quote

Die Milchbauern in der Europäischen Union haben ihre Produktionsquoten im Ende März zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahr 2009/10 nur zu rund 93 % ausgenutzt. Das geht aus Schätzungen der Europäischen Kommission hervor, die den Fettkorrekturfaktor bereits einbeziehen.
Die Milchbauern in der Europäischen Union haben ihre Produktionsquoten im Wirtschaftsjahr 2009/10 rund 7 % unterliefert.
Die Milchbauern in der Europäischen Union haben ihre Produktionsquoten im Wirtschaftsjahr 2009/10 rund 7 % unterliefert.
Die Entwicklungen waren je nach Mitgliedstaat sehr unterschiedlich. Superabgaben dürften laut den vorläufigen Zahlen der Kommission wohl in den Niederlanden und Dänemark fällig werden. Deutschland, Luxemburg und Österreich sollen sich recht nah an der kompletten Quotenausschöpfung bewegen. Weit unter ihrer anteiligen Referenzmenge blieben im vergangenen Jahr unter anderem Großbritannien und Frankreich. Ein wichtiger Faktor in Frankreich war ein Milchlieferstreik, der die Produktion zwischenzeitlich durcheinanderbrachte.

Komplette Quotenausnutzung nur Theorie
Ohne Berücksichtigung der Fettkorrektur beziffert die Kommission das an die Molkereien im Binnenmarkt angelieferte Rohmilchaufkommen im Milchwirtschaftsjahr 2009/10 auf 133 Mio t, das sind 0,5 % weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig wurde aber im Rahmen der Health-Check-Beschlüsse zur EU-Agrarpolitik die Milchquote europaweit um 1,3 % auf 144,92 Mio t erhöht. Während zur vollständigen Nutzung der Referenzmenge im Wirtschaftsjahr 2008/09 knapp 5,4 Mio t Milch fehlten, dürfte sich diese Lücke vor allem aufgrund der Quotenaufstockung im zurückliegenden Wirtschaftsjahr fast verdoppelt haben. Nicht zuletzt aufgrund eines fehlenden grenzüberschreitenden Quotenhandels ist solch eine komplette Quotenausnutzung aber ohnehin nur theoretisch möglich. AgE


Aktualisiert am: 29.06.2010 10:58
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