EU-Kommission will Schutz von Schlachttieren verbessern

Die EU-Kommission will den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Schlachtung oder Tötung verbessern.
Damit soll nach Angaben der Kommission eine tiergerechte Behandlung gewährleistet und geltende Rechtsvorschriften vereinfacht sowie an die Bestimmungen der Lebensmittelhygiene angepasst werden. Gleichzeitig sollen tierschutzrechtliche Aspekte bei der Auslegung von Schlachthäusern berücksichtigt und eine regelmäßige Prüfung der Wirksamkeit von Betäubungsverfahren vorgeschrieben werden. Laut einer Mitteilung der EU-Kommission müssen Schlachthöfe künftig Personal beschäftigen, das für den Tierschutz zuständig ist sowie für eine ordnungsgemäße Ausbildung des Personals und entsprechende Nachweise Sorge tragen.

Die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou sagte dazu: "Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, für den Schutz der Tiere zu sorgen. Dies umfasst die Minimierung von Leid und Vermeidung von Schmerzen im Verlauf des gesamten Schlachtvorgangs. Die geltenden EU-Bestimmungen sind veraltet und müssen überarbeitet werden. Mit diesem Vorschlag werden die Behandlung der Tiere zum Zeitpunkt der Schlachtung grundlegend verbessert, die Innovation gefördert und gleiche Ausgangsbedingungen für die Schlachthofbetreiber geschaffen." Die neue Verordnung sieht außerdem vor, dass die Hersteller von Betäubungsgeräten Anleitungen zur Einhaltung der Tierschutzbestimmungen bereitstellen sowie dass einige technische Normen an den wissenschaftlichen Fortschritt angepasst werden.

Die Mitgliedstaaten werden verpflichtet, forschungsorientierte Referenzzentren einzurichten, die dem amtlichen Inspektionspersonal Unterstützung bieten. Darüber hinaus werden die zuständigen Behörden nun im Falle von Massentötungen bei Tierseuchen in höherem Maße rechenschaftspflichtig sein. Jedes Jahr werden in den Schlachthöfen der EU rund 360 Millionen Schweine, Schafe, Ziegen und Rinder sowie mehrere Milliarden Stück Geflügel zur Fleischgewinnung getötet. Darüber hinaus werden rund 25 Millionen Tiere zur Pelzgewinnung getötet und auch zum Zweck der Seuchenkontrolle könne die Keulung von Tausenden bis Millionen sonstiger Tiere erforderlich sein. (Agrarheute)


Aktualisiert am: 22.09.2008 11:29

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