EU-Kommission bietet 60%ige Agrarzollsenkung an

EU-Handelskommissar Peter Mandelson und EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel haben gestern bei der Eröffnungspressekonferenz des WTO-Ministertreffens in Genf bekannt gegeben, einen durchschnittlichen Abbau der Agrarzölle um 60% anzubieten.
Im Entwurf des WTO-Agrarausschussvorsitzenden, Crawford Falconer, werden durchschnittlich 54% verlangt, wobei allerdings noch über die Kürzung im obersten Band (66 bis 73%) entschieden werden müsste.
Die 60% ergeben sich daraus, dass von den 54% circa 2% für Erleichterungen im Bereich der sensiblen Produkte abzuziehen sind. Hinzugezählt wird jedoch die höhere Zollreduktion für tropische Produkte, weshalb im Schnitt circa 8% hinzugezählt werden. Mandelson argumentierte, es handle sich um kein neues Angebot, allerdings ist noch nicht klar, welche Erzeugnisse in die Liste der tropischen Produkte eingeordnet werden sollen.
Die Mitgliedstaaten zeigten sich über das Angebot von Mandelson und Fischer Boel verwundert, wurden jedoch mittels Erklärungen unter dem Motto "Einigkeit" ruhiggestellt. Dennoch erscheint die Vorgangsweise laut Expertenmeinung zumindest erstaunlich, da Falconer "nur" 54% verlangt, die EU-Kommission jedoch von vorneherein 60% verkündet, ohne Gegenkonzessionen zu verlangen, geschweige denn zu erhalten.
Die entscheidenden Hürden in den WTO-Verhandlungen sind inzwischen identifiziert, fasste WTO-Generaldirektor Pascal Lamy das Geschehen am zweiten Verhandlungstag in Genf zusammen.


Aktualisiert am: 29.07.2008 21:43
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