EU-Holzverordnung nun in Kraft

Mit der seit 3. März in Kraft getretenen EU-Holzverordnung soll dem Handel mit illegal geschlagenem Holz und Holzerzeugnissen illegaler Herkunft entgegengewirkt werden. Die Verordnung wirkt sich aber auch auf Sie als Waldbesitzer aus.
"Schon gehört" Mit dieser Aktion macht das Lebensministerium auf die seit Anfang März in Kraft getretene EU-Holzverordnung aufmerksam. (Bild:Lebensministerium)
"Schon gehört" Mit dieser Aktion macht das Lebensministerium auf die seit Anfang März in Kraft getretene EU-Holzverordnung aufmerksam. (Bild:Lebensministerium)
Das soll einerseits durch ein Verbot des Inverkehrbringens von Holz und Holzerzeugnissen aus illegalem Einschlag erreicht werden. Zum anderen gilt eine Sorgfaltspflicht für alle EU-Händler, die Holzerzeugnisse erstmals auf dem EU-Markt in Verkehr bringen. Diese Sorgfaltspflicht umfasst die Dokumentation über Art, Herkunft und Legalität der Lieferung, eine Risikoabschätzung und, wenn das Risiko eines illegalen Einschlags nicht vernachlässigbar gering ist, ein Risikominderungsverfahren. Diese Bestimmungen der Verordnung gelten nur beim erstmaligen Inverkehrbringen (Verkauf oder unentgeltliche Abgabe) auf dem EU-Markt, nicht für den weiteren Handel bzw. für die weitere Verarbeitung innerhalb der EU. Die geforderten Informationen und Nachweise können von der zuständigen Behörde bis zu fünf Jahre rückwirkend verlangt werden.

Wer ist betroffen

Zielrichtung der Verordnung sind Importe aus Risikogebieten etwa der Tropen oder Russlands. Betroffen sind aber auch die Einfuhren aus Nicht-EU-Staaten ohne nennenswertes Risiko sowie heimische Waldbesitzer, die ihr Holz erstmalig am Binnenmarkt platzieren. Letztere gehören nicht zur Risikogruppe, eine Ausnahmeregel war aber aus Gründen der Wettbewerbsgleichheit und Konformität mit den WTO-Bestimmungen nicht möglich.


Nachweis und Kontrolle

Während manche Importeure je nach Herkunft und Komplexität der Holzerzeugnisse mit durchaus erheblichem Aufwand für den Nachweis der Legalität rechnen müssen, sollten die heimischen Waldbesitzer kein Problem mit den neuen Bestimmungen haben. Die meisten geforderten Informationen wurden schon bisher von der Forstbehörde für statistische Zwecke abgefragt. Es ist vorgesehen, das Bundesamt für Wald als zuständige Behörde für die Kontrollen der Importeure und die Forstbehörde für Kontrollen im Zusammenhang mit heimischem Holz einzusetzen.
Weitere Informationen sowie die Texte der Verordnung, der Durchführungsbestimmungen sowie des Leitfadens sind unter lebensministerium.at verfügbar.

Autor:
Aktualisiert am: 05.03.2013 08:30
Landwirt.com Händler Landwirt.com User