EU-Getreidezölle treten am 26. Oktober in Kraft

Die Entscheidung der EU-Kommission zur Wiedereinführung von Importzöllen für Getreide wurde gestern im Amtsblatt L 250 der EU veröffentlicht. Die Verordnung tritt am dritten Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft, also am Sonntag, dem 26.10.
Die Getreidezölle waren seit Ende 2007 ausgesetzt und treten jetzt wieder in Kraft.
Die Getreidezölle waren seit Ende 2007 ausgesetzt und treten jetzt wieder in Kraft.
Ausgenommen von der Zollpflicht ist Getreide, das sich am Tag der Veröffentlichung schon auf dem Weg in die EU befand. Die Einfuhrzölle für Roggen und Sorghum betragen ab Sonntag EUR 19,11 pro t, für Weizen einfacher und mittlerer Qualität im Rahmen von Kontingenten EUR 12,- pro t und außerhalb der Kontingente EUR 95,- pro t. Weizen wird damit wohl nur mehr im Rahmen der Importkontingente in die EU gelangen können. Weiters werden für Futtergerste im Rahmen von Kontingenten EUR 16,- pro t eingehoben. Für Mais wurde vergangene Woche ein Importzoll von EUR 8,68 pro t berechnet. Dieser Satz kann sich aber schnell wieder ändern.

Die Wiedereinführung der Getreidezölle wird als erstes Zeichen der Europäischen Kommission gewertet, die von einem starken, extern und nicht von fundamentalen Marktdaten bestimmten Preisverfall gekennzeichneten Märkte für Agrarrohstoffe in die Hand zu nehmen. Die Kommission gab letztlich dem Druck zahlreicher Mitgliedstaaten -darunter auch Österreich - nach. Die Zölle waren seit Ende 2007 ausgesetzt. Die Kommission begründete die Wiedereinführung der Zölle mit den gefallenen Getreidepreisen. Brotweizen koste in Hamburg und Rouen weniger als EUR 180,- pro t. Außerdem sei der Binnenmarkt ausreichend mit Ware versorgt, sodass Importe gebremst werden könnten.


Aktualisiert am: 29.10.2008 13:55
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