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EU-Bio-Verordnung: Der letzte Anlauf

Seit mehr als einem Jahr wird über die neue EU-Bio-Verordnung verhandelt. Die Positionen sind verhärtet – spätestens seit Agrarkommissar Phil Hogan von Pestizidcocktails in Bio-Produkten sprach. Trotzdem will man sich noch einmal treffen.
Am 22. März könnte eine Entscheidung darüber fallen, ob es eine neue EU-Bio-Verordnung geben wird. (Foto: shutterstock/ Petro Perutskyi)
Am 22. März könnte eine Entscheidung darüber fallen, ob es eine neue EU-Bio-Verordnung geben wird. (Foto: shutterstock/ Petro Perutskyi)
Verbraucher seien zuweilen überrascht, dass es in einigen Bioprodukten ganze Cocktails an Pestiziden gebe. Das behauptet EU-Agrarkommissar Phil Hogan in einem Interview, das er der deutschen Tageszeitung taz im Januar gegeben hat. Hogan wollte damit den Vorschlag der EU-Kommission zur neuen Bio-Verordnung rechtfertigen. Ursprünglich sollten Bioprodukte, in denen Spuren nicht zugelassener Substanzen gefunden werden, als solche aberkannt werden. Der deutsche EU-Parlamentarier Martin Häusling bezeichnete Hogans Äußerung als Unsinn und verlangt von der Kommission einen wissenschaftlich fundierten Beleg für Hogans Behauptungen. Die Chancen auf eine Einigung stehen vor den nächsten Verhandlungen am 22. März nicht gut. Dabei haben sich Kommission, Rat und Parlament bereits in vielen Punkten angenähert. Bereits geeinigt haben sich die drei EU-Institutionen darauf, dass für Bio-Importe aus Drittländern einheitliche, mit den EU-Regeln vergleichbare Standards gelten sollen. Die jährliche Kontrolle bleibt auch in der neuen Bio-Verordnung bestehen. Darüber haben sich Rat, Kommission und Parlament nach anfänglichen Differenzen nun doch geeinigt. Auch die sogenannten Gemischtbetriebe – also jene Landwirtschaften, die nur einen Teil ihrer Produktion biologisch führen – wird es weiterhin geben.

Pestizidfreiheit
Der jüngste Vorschlag der Kommission geht nun von einer Aberkennung der Bio-Kennzeichnung aus, wenn mehr als zwei nicht zugelassene Substanzen mindestens die doppelte Nachweisgrenze aufweisen. Sowohl der Rat als auch das Parlament lehnten diesen Vorschlag ab, weil damit Biobauern die Verantwortung für eine mögliche Abdrift von konventionellen Nachbarfeldern tragen. Martin Häusling: „Ich halte es für fatal, die Bio-Landwirtschaft auf Pestizidfreiheit zu reduzieren. Die Biologische Landwirtschaft greift viel weiter.“

Konventionelles Saatgut
Einig sind sich die Trilog-Partner im Ziel, die Ausnahmen der alten EU-Bio-Verordnung zu reduzieren. Im Detail gibt es aber Meinungsverschiedenheiten: So schlug die Kommission vor, die Ausnahme für konventionelles Saatgut und konventionelle Zuchttiere bei fehlender Verfügbarkeit von Öko-Zuchtmaterial bis 2021 zu streichen. Die Kommission erhofft sich dadurch eine Belebung des Markts für Ökosaatgut und Öko-Zuchttiere. Das Parlament möchte den Ausstieg auf eine solide Basis stellen und daher über Datenbanken erst einmal die Verfügbarkeit von Ökosaatgut in Europa feststellen, um den Nachholbedarf bei der Züchtung zu klären.

Weitere Details über den Verhandlungsstand lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 5/2016. Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 5/2017

In der Zeitschrift LANDWIRT Bio finden Sie eine Analyse des Bio-Experten Paul Axmann sowie ein Interview mit dem zuständigen EU-Parlamentarier Martin Häusling. Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft von LANDWIRT Bio

veröffentlicht: 22.02.2017 10:26
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