EU-Bauerneinkommen 2008 um 3,5% gesunken

Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft ist im Jahr 2008 in der EU-27 um 3,5% gesunken, nachdem es im Jahr 2007 um 9,3% gestiegen war, wie das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat) in einer zweiten Schätzung bekannt gab.
Österreich liegt mit Rückgang des realen Bauerneinkommens von-4,1% im Durchschnitt.
Österreich liegt mit Rückgang des realen Bauerneinkommens von-4,1% im Durchschnitt.
In Summe stiegen die Agrareinkommen in acht Mitgliedstaaten an und gingen in 19 Mitgliedstaaten zurück. Die größten Anstiege wurden in Bulgarien (+28,9%), Rumänien (+28,4%) und Ungarn (+18,6%) verzeichnet, die stärksten Rückgänge gab es in Dänemark (-24,7%), Estland (-23,0%) und Belgien (-22,6%). Österreich lag mit -4,1% etwa auf Durchschnittsniveau.

Zurückzuführen ist dieser Rückgang auf eine Abnahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (-5,7%) und eine Verringerung des agrarischen Arbeitseinsatzes (-2,3%). Die Abnahme des Einkommens war bedingt durch eine Zunahme des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion (+3,9%), einen deutlichen Anstieg der realen Vorleistungskosten (+10,3%), einen unveränderten realen Wert der Subventionen ohne Steuern (0,0%) und eine Zunahme des realen Wertes der Abschreibungen (+2,5%).

Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung um 3,9% gestiegen
In der EU-27 stieg der Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung zu Herstellungspreisen 2008 um 3,9% an, hauptsächlich bedingt durch eine reale Steigerung des Wertes der pflanzlichen Erzeugung (+2,9%) und der tierischen Erzeugung (+5,5%).
Der Anstieg des Wertes der pflanzlichen Erzeugung im Jahr 2008 war das Ergebnis einer Zunahme der Produktionsmenge (+6,9%), die nur teilweise durch einen Rückgang der Erzeugerpreise (-3,6%) kompensiert wurde. Die Produktionsmengen der drei wichtigsten pflanzlichen Erzeugnisse nahmen zu. Bei Getreide wurde ein Plus von 22,3% verzeichnet, bei Obst von 2,5% und bei Frischgemüse von 1,8%. Die größte Preissteigerung bei pflanzlichen Erzeugnissen wurde bei Ölsaaten (+11,9%) verzeichnet. Demgegenüber sanken die Preise für Getreide (-12,0%) und Kartoffeln (-9,3%) beträchtlich.

Der Anstieg des Wertes der tierischen Erzeugung im Jahr 2008 war hauptsächlich auf eine Steigerung der Erzeugerpreise (+5,6%) zurückzuführen, während die Erzeugungsmenge (+0,1%) nahezu stabil blieb. Die Zunahme des realen Produktionswertes von Milch wurde durch einen Anstieg der Preise (+6,5%) verursacht, während die erzeugte Menge nur leicht zunahm (+0,7%). Der Anstieg des Schweinepreises (+9,1%) stand einem rückläufigen Produktionsvolumen (-1,6%) gegenüber. Bei Rindern war ein Anstieg der Erzeugerpreise (+4,0%) zu verzeichnen, während das Produktionsvolumen nahezu unverändert blieb (+0,2%).

Vorleistungskosten um 10,3% gestiegen
In der EU-27 nahmen die Vorleistungskosten in der Landwirtschaft um 10,3% zu, was hauptsächlich auf starke Preisanstiege bei Düngemitteln (+42,8%), Energie (+12,2%) und Futtermitteln (+9,7%) zurückzuführen war.
Zwischen 2000 und 2008 ist das reale Einkommen je Arbeitskraft in der EU-27 Schätzungen zufolge um 15,2% gestiegen. In den zwölf neuen Mitgliedstaaten belief sich die Zunahme auf 74,7%, während das Einkommen in der EU-15 praktisch unverändert blieb (-0,2%).
Im Durchschnitt hat der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz seit dem Jahr 2000 in der EU-27 um 23,2% und in den neuen Mitgliedstaaten um 29,7% abgenommen. (AIZ)


Aktualisiert am: 15.04.2009 16:47
Landwirt.com Händler Landwirt.com User