EU: Ampelregelung bei Nährwert-Kennzeichnung abgelehnt

Das Plenum des EU-Parlaments in Straßburg hat eine Ampel-Kennzeichnung von Nahrungsmittel-Inhaltsstoffen abgelehnt.
Die Konsumenten sind die großen Gewinner einer neuen EU-weiten Lebensmittel-Kennzeichnung. Die sehr umstrittene Ampelregelung konnte zu Sturz gebracht werden, die Ursprungskennzeichnung hat sich zudem klar durchgesetzt.
Die Konsumenten sind die großen Gewinner einer neuen EU-weiten Lebensmittel-Kennzeichnung. Die sehr umstrittene Ampelregelung konnte zu Sturz gebracht werden, die Ursprungskennzeichnung hat sich zudem klar durchgesetzt.
Angenommen wurde stattdessen eine Regelung, wonach für jedes Produkt der jeweilige Anteil am täglichen durchschnittlichen Zucker-, Salz- oder Fettbedarf in % ausgewiesen werden soll. Sollten zwei der Werte eine bestimmte Grenze überschreiten, dürfe das Lebensmittelprodukt nicht mehr als gesundheitsbezogen beworben werden.

Allerdings gibt es bis dato die konkreten Nährwertprofil-Daten noch nicht. Diese muss die EU-Kommission bis Ende 2011 vorlegen. Das bedeutet, es gibt zwar einen Raster, aber noch keine Werte dazu. Das Votum des Europäischen Parlaments wurde jedenfalls von zahlreichen Seiten begrüßt. So betonten die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften (Copa und Cogeca), dass die Kennzeichnung nun verbessert werde, die abgelehnte Ampel-Regelung hingegen lediglich zu einer Verwirrung der Konsumenten geführt hätte.
Nach der Umsetzung könnte jedenfalls einer übertriebenen Werbung für ein Produkt ein Riegel vorgeschoben werden, denn die Unternehmen müssten ihre Behauptungen durch Studien belegen. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Lebensmittelerzeugnis angeblich eine Intelligenzsteigerung, eine Erhöhung der Vitalität oder eine Verdauungsförderung bewirkt. Von der Nahrungsmittel-Kennzeichnung ausgenommen sind alkoholische Produkte.

Ursprungskennzeichnung angenommen
Das EU-Parlament stimmte auch der Einführung einer Ursprungskennzeichnung zu, was für Österreich einen wichtigen Punkt darstellt. So soll auf Fleischprodukten sowie bei Obst und Gemüse das Herkunftsland angegeben werden. Bei Fleisch selbst ist auch vorgesehen, dass das Alter des Tieres und der Schlachtungsort ausgewiesen werden.

Probleme gibt es laut dem ÖVP-Europaabgeordneten generell bei der wissenschaftlichen Bewertung der Daten. Die Europäische Lebensmittel-Sicherheitsbehörde (EFSA) habe den Auftrag erhalten, die wissenschaftlichen Grundlagen zu erarbeiten, wie man Konsumenten richtig informieren könne, damit man wisse, was in einem Produkt tatsächlich enthalten sei. Allerdings habe die EFSA darauf verwiesen, dass die Ernährungsgewohnheiten der Menschen unterschiedlich seien. Außerdem gebe es zahlreiche widersprüchliche Aussagen von Ernährungswissenschaftern gerade in diesem Bereich, abgesehen davon, dass man möglichst variantenreich essen solle.
Einen breiten Konsens gab es über die verpflichtenden Angaben von allergenen Inhaltsstoffen. "Immer mehr Menschen leiden an Allergien und sind auf die richtige und sofort erkennbare Zusatzinformation angewiesen. Daher sind Angaben über allergene Zusatzstoffe für den Konsumenten wichtig und richtig ", so der Umweltsprecher. " Insgesamt haben wir eine ausgewogene und konsumentenfreundliche Abstimmung erreichen können. Der Konsument wird schon bald den Mehrwert spüren ", schließt der EVP-Umweltsprecher Richard Seeber. (AIZ)


Aktualisiert am: 18.06.2010 09:02
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