EU-Agrarreform: Greening als großer Knackpunkt nach 2013

Bio-Betriebe vom Greening der ersten Säule ausgenommen. Finanzierung nach wie vor unklar.
Bio-Betriebe werden nach 2013 vom Greening der ersten Säule ausgenommen. Nun fordert Elisabeth Köstinger dies auch für alle ÖPUL-Betriebe.
Bio-Betriebe werden nach 2013 vom Greening der ersten Säule ausgenommen. Nun fordert Elisabeth Köstinger dies auch für alle ÖPUL-Betriebe.
Das von der Europäischen Kommission für die Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik GAP ab 2014 vorgeschlagene Greening der ersten Säule - Direktzahlungen sollen an die Einhaltung von Umweltauflagen gebunden werden - erweist sich zunehmend als Knackpunkt in den bevorstehenden Verhandlungen zwischen Rat, Kommission und dem erstmalig bei einer Agrarreform mit voller Mitsprache ausgestatteten Europäischen Parlament.

Bekanntlich will die Kommission eine Fruchtfolge von mindestens 3 Kulturen, die Anlage von 7% Öko-Ausgleichsflächen und die Anlage und Erhaltung von Dauergrünland zur Voraussetzung für den vollständigen Bezug von künftigen Direktzahlungen machen.

Europaparlament und EU-Kommission im Clinch
Laut der österreichischen Europaparlamentarierin Elisabeth Köstinger sei insbesondere die 7%-Stilllegung noch nicht gegessen. Es sei ihr und anderen Parlamentariern gelungen, die Kommission davon zu überzeugen, dass Biobetriebe, weil per se ökologisch, vom Greening der ersten Säule ausgenommen werden sollen. Sie fordert dies nun auch für Betriebe, die an Umweltprogrammen in der zweiten Säule wie ÖPUL teilnehmen oder die in Natura 2000-Gebieten wirtschaften.

Die inhaltlichen Verhandlungen zur GAP-Reform sollen bis Anfang 2013 zu einer politischen Einigung führen, nachdem von den Staats- und Regierungschefs im Dezember 2012 die Festlegung des mehrjährigen budgetären Rahmens dafür in der finanziellen Vorschau 2014 bis 2020 erwartet wird. Einig sind sich Parlament und Kommission darin, keinen formalen Beschluss über die künftigen Programme der GAP fällen zu wollen, solange nicht feststeht, wie viel Geld es dafür geben wird.


Aktualisiert am: 01.03.2012 16:54
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