EU-Agrarrat: Österreich setzt sich für Milchsektor ein

Beim EU-Agrarministerrat stand zu Beginn dieser Woche in Brüssel das Vorankommen im Bereich des "Health Checks" der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Mittelpunkt. Da im Oktober oder November bereits Kompromisspapiere vorgelegt werden und Beschlüsse fallen sollen, haben EU-Kommission und französische Präsidentschaft dieses Mal ausführliche trilaterale Gespräche mit Vertretern der einzelnen Mitgliedstaaten geführt.
Weitere Themen beim Rat waren bisher das Nahrungsmittelhilfsprogramm, die Fischerei und die Impfstrategie gegen die Blauzungenkrankheit. Heute Nachmittag finden darüber hinaus eine Orientierungsaussprache zum Schulobstprogramm und eine Diskussion über die Verwendung nicht genutzter Agrargelder statt.

Klauser: Bei Milchquoten-Auslaufen Begleitmaßnahmen notwendig

Bei den trilateralen Gesprächen zum Health Check hatten die Mitgliedsländer die Gelegenheit, die drei für ihr Land wichtigsten Prioritäten zu nennen. Sektionsleiterin Edith Klauser machte dabei in Vertretung von Landwirtschaftsminister Josef Pröll deutlich, dass es aus österreichischer Sicht bei der Unterstützung der Milcherzeuger den größten Nachbesserungsbedarf gebe. In Österreich werde die Milch zu 87% in Bergregionen erzeugt. Um die Produktion unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten, brauche Österreich deshalb beim Auslaufen der Milchquoten entsprechende Begleitmaßnahmen, wie eine gekoppelte Milchkuhprämie. Dies bedürfe einer ausreichenden Mittelausstattung der ersten Säule. Zum anderen sollten die Programme zur Förderung des ländlichen Raumes im Sinne der Milchbauern aufgestockt werden. Insgesamt sieht Österreich EUR 50 Mio. pro Jahr für derartige Begleitmaßnahmen vor.

Blauzungenkrankheits-Impfungen fortsetzen

Weiters hat eine Reihe von Ländern, darunter auch Österreich, die Weiterführung der Impfstrategie zur Ausrottung der Blauzungenkrankheit gefordert. Die Kommission wurde zudem ersucht, diese Vorbeugeschritte als Notfallmaßnahmen anzusehen, da diese höher gefördert werden. Dies sei nötig, um erhebliche wirtschaftliche Einbußen der europäischen Landwirte zu verhindern, betonten die 14 Länder. Die Kommission versprach, sich intensiv mit dieser Angelegenheit auseinanderzusetzen. (aiz.info)


Aktualisiert am: 06.10.2008 08:34
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