EU - Sauenbestand stark dezimiert

Die im Mai und im Juni dieses Jahres durchgeführten Schweinezählungen in den verschiedenen EU-Ländern bestätigen nun mehr als deutlich den erwarteten Bestandsabbau bei den Zuchtschweinen am Binnenmarkt. Während man bisher davon ausging, dass primär die Oststaaten der EU erhebliche Einbrüche verzeichnen werden, wird nun deutlich, dass auch die sogenannten „alten EUSchweineländer“ erhebliche Bestandsreduktionen zu verzeichnen haben, berichtet die VÖS auf ihrer Internetseite.
Österreich verliert am wenigsten

In einem aktuellen Ranking liegt beispielsweise die Slowakei mit über 50% weniger Zuchtsauen unangefochten voran. In einer zweiten Kategorie folgen die weiteren Oststaaten vom Baltikum über Polen bis Tschechien, die sich zwischen 20% und 25% Minus bewegen. Es folgen Dänemark und Spanien, wo man etwa 10% reduzierte. Weiters folgen Holland mit 7%, der größte und wichtigste Schweineerzeuger Deutschland mit minus 5% gefolgt von Frankreich mit minus 3,4%. Im EU-Schnitt werden es jedenfalls zwischen 5% und 10% sein.

Und wo liegt Österreich?

Mit minus 2,9% ist Österreich Spitzenreiter am anderen Ende der Skala, d. h. hierzulande wurden die Bestände am wenigsten reduziert. Sehr erfreulich!

Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich in Krisenzeiten

Die von uns immer wieder ins Treffen geführte Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Schweineproduktion wird nun offiziell bestätigt. Auch wenn es schwer fällt an einer Krise auch positive Aspekte zu erkennen. Meist ist es aber so, dass derjenige, der die Krise übersteht, gestärkt daraus hervorgeht. Dies gilt jedenfalls für die zu Ende gehende Schweinekrise für den österreichischen Schweinesektor. Auch wenn unser Marktanteil am Binnenmarkt mit ca. 1,5% nicht wirklich bedeutend ist, erfreulich ist aber, dass der Marktanteil zumindest gehalten werden kann.

1. Halbjahr 2008: Basispreis plus 15%

In einer Zwischenbilanz für 2008 zeigt sich die Marktentwicklung nicht wie erhofft, aber im Rahmen der Erwartungen. Vergleicht man die ersten 30 Wochen 2008 mit 2007 so konnte der durchschnittliche Basispreis 17 Cent zulegen, dies entspricht einem Plus von 15%. Beim Deckungsbeitrag konnte in der Schweinemast €11,50 erzielt werden. Ein Wert, der um €4,– höher liegt als in der Vorperiode. Für eine Deckung der durchschnittlichen Vollkosten fehlen allerdings immer noch ca. €10,–. Dieser Deckungsbeitragskalkulation lag mit €64,– 2007 und €62,– 2008 für das 31 kg Ferkel incl. Mehrwertsteuer ein annähernd gleicher Ferkelpreis zugrunde.

Gravierend ist hingegen der Unterschied bei den Futterkosten. Während man 2007 mit € 50,– kalkulierte, musste man 2008 in derselben Periode € 78,– für ein Mastschwein zu Buche schreiben. Dies entspricht einem Anstieg der Mastfutterkosten von 56%.

Eigene Futterversorgung ist Erfolgsfaktor

Die oben angesprochene relativ gute Wettbewerbsfähigkeit steht primär in Verbindung mit der überwiegend eigenen Futterversorgung. Während in Mitbewerberländern durch den Futterkostenanstieg viele Betriebe in der Liquidität dermaßen eingeschränkt wurden, dass kreditgebende Banken Betriebsschließungen oder Bestandsabbau erzwangen, war die Krisenbewältigung durch weitgehend kreislaufwirtschaftender Familienbetriebe offensichtlich erfolgreicher. Dass auch die organisierte Vermarktung - sprich: Schweinebörse - einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit leistet, darf an dieser Stelle auch erwähnt werden.


Aktualisiert am: 28.08.2008 20:07
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