ESL-Milch unter Verbrauchern widersprüchlich wahrgenommen

Die länger haltbare Milch (ESL-Milch) wird von den Verbrauchern sehr unterschiedlich akzeptiert. Die Akzeptanz basiert eher auf einer emotionalen als auf einer sachlichen, rationalen Argumentation.
Während die Studienteilnehmer keinen Geschmacksunterschied zwischen mikrofiltrierter ESL-Milch und traditionell hergestellter Frischmilch erkannt hätten, sei die hocherhitzte ESL-Milch deutlich herausgeschmeckt worden.
Während die Studienteilnehmer keinen Geschmacksunterschied zwischen mikrofiltrierter ESL-Milch und traditionell hergestellter Frischmilch erkannt hätten, sei die hocherhitzte ESL-Milch deutlich herausgeschmeckt worden.
Dies ist das zentrale Ergebnis einer Projektarbeit im Studiengang „Food Science“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg, die von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben wurde. Durchgeführt wurde die Studie von der Ernährungswissenschaftlerin Janine Wirth unter Betreuung von Prof. Mechthild Busch - Stockfisch. Nach Angaben der Landesvereinigung weicht das Meinungsbild der Verbraucher bezüglich der Frische von Milch von der Auszeichnung auf den Verpackungen ab. Im Rahmen der Studie hätten 96 % der Befragten angegeben, dass Frischmilch für sie nicht länger als zehn Tage haltbar sei.

Hocherhitzte ESL-Milch deutlich geschmeckt
Während die Studienteilnehmer keinen Geschmacksunterschied zwischen mikrofiltrierter ESL-Milch und traditionell hergestellter Frischmilch erkannt hätten, sei die hocherhitzte ESL-Milch deutlich herausgeschmeckt worden. Die erkannten Geschmacksunterschiede bezögen sich daher nicht grundsätzlich auf ESL-Milch und traditionell hergestellte Frischmilch, sondern seien durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren bei ESL-Milch bedingt. Die Landesvereinigung erinnerte an die 2009 von Politik, Milchindustrie und Einzelhandel getroffene Festlegung, wonach klassisch hergestellte Konsummilch mit dem Zusatz „traditionell hergestellt“ und ESL-Milch mit dem Zusatz „länger haltbar“ zu kennzeichnen seien. Die jetzt vorliegende Studie bringe zum Ausdruck, dass trotz entsprechender Deklaration und der häufig aufgeführten Zusatzinformationen bezüglich des angewandten Verfahrens zum Haltbarmachen der Milch noch immer ein ambivalentes Meinungsbild beim Verbraucher zum Thema Frischmilch insgesamt vorherrsche. Deshalb bestehe vor allem in puncto Verbraucherkommunikation Handlungsbedarf. Im Rahmen des Projektes waren vier Verbraucherstichproben hinsichtlich ihrer Konsumgewohnheiten, ihres Hintergrundwissens und ihrer Meinung über ESL-Milch befragt worden. Zudem wurden die drei Milchsorten ESL-Milch „mikrofiltriert“, ESL-Milch „hocherhitzt“ und „traditionell hergestellte“ Frischmilch in einer sensorischen Unterschiedsprüfung gegeneinander getestet. Einen weiteren Teil der Projektarbeit machte ein Fokusgruppeninterview aus, in dem einzelne Verbraucher die Frische von Milch beurteilten. AgE


Aktualisiert am: 18.06.2010 09:46
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