EPP-Kongress 2009: Elite der Schweineproduktion tagte in Graz

Nach zehnjähriger Pause war Österreich wieder Austragungsort für den alljährlich stattfindenden Kongress der European Pig Producers zwischen dem 4. und 7. Juni 2009.
Mit über 350 Teilnehmern aus 15 Nationen sprengte der EPP-Kongress in Graz alle bisherigen Rekorde.
Mit über 350 Teilnehmern aus 15 Nationen sprengte der EPP-Kongress in Graz alle bisherigen Rekorde.
Unter dem Motto „PIG MEETS FUTURE“ – new health, feed and market strategies trafen sich neben dem internationalen Netzwerk EPP auch heimische Schweineproduzenten und Meinungsbildner der Branche für einen Erfahrungs- und gleichzeitig Wissensaustausch der Sonderklasse in den Räumlichkeiten des Grazer Kongresses.

EPP-Kongress seit 19 Jahren
Der Kongress der European Pig Producers findet seit nunmehr 19 Jahren statt. Noch niemals war der Andrang an diesem teilzunehmen so groß, wie heuer in Graz. Rd. 350 Gäste aus ganz Europa haben am diesjährigen Kongress teilgenommen. Für die Organisatoren, dem Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) und der Erzeugergemeinschaft Styriabrid ein fulminanter Erfolg. „Erste Rückmeldungen im Vorjahr haben uns schon gezeigt, dass sehr großes Interesse an Österreich besteht“, zeigen sich Ing. Georg Mayringer, Geschäftsführer des VÖS und DI Heinz Schlögl, ehemaliger Geschäftsführer der Styriabrid stolz und zufrieden über die sehr gelungene Veranstaltung. „Es hat sich alles eingefunden was in der europäischen Schweinezucht und auch Forschung Rang und Namen hat“, betont DI Raimund Tschiggerl, neuer Geschäftsführer der Styriabrid.

Interessante Vortragende, brisante Themen
Der Schwerpunkt des Kongresses lag natürlich in einem sehr anspruchsvollem Vortrags- und Tagungsprogramm, wie der EPP Präsident Peter Bach Laursen in seiner Eröffnungsansprache mehrfach betonte! Die 350 Teilnehmer wurden auf neue Wege in der Qualitätsorientierung, der Gesundheit der Tiere, sowie über künftige Ausrichtungen in der Futtermittelstrategie eingeschworen. Mag .Ulrich Herzog, vom Bundesministerium für Gesundheit, verwies auf die rasante Entwicklung der Schweinehaltung in Österreich seit dem EU–Beitritt. Wurden 1995 noch durchschnittlich 33,1 Schweine je Betrieb gehalten, so waren es 2006 bereits 69,7 Stück!

Raimund Tschiggerl (GF Styriabrid), Kathi Turza (Anzeigenleitung Weekendmagazin STMK), Norbert Marcher (GF Marcher GmbH), Agnes Turza (Styriabrid Marketing), Rudi Stückler (AMA Marketing), DI Heinz Schlögl (ehem. GF Styriabrid, Geschäftsmann Ungarn) - von links
Raimund Tschiggerl (GF Styriabrid), Kathi Turza (Anzeigenleitung Weekendmagazin STMK), Norbert Marcher (GF Marcher GmbH), Agnes Turza (Styriabrid Marketing), Rudi Stückler (AMA Marketing), DI Heinz Schlögl (ehem. GF Styriabrid, Geschäftsmann Ungarn) - von links


Zu Fragen in der Entwicklung der Zucht, nahm sehr ausführlich der Geschäftsführer des Schweinezuchtverbandes Oberösterreich und Leiter der Besamungsstation Steinhaus Stellung. Die Besamungsstationen in Österreich haben eine mittlere Größe erklärte Dr. Peter Knapp. Knapp erklärte, es werde auch in Zukunft nicht das „Europäische Einheitsschwein“ geben! Dipl. Ing. Johann Schlederer, Geschäftsführer des VLV bezifferte das jährliche Schweinevolumen in Österreich für den Markt mit fünf Mio. Stück. „Es hat sich jedoch in unserem Bundesgebiet in den letzten Jahren sehr viel verändert“, bemerkte der Referent. Es gibt nur mehr halb so viele Schweinebauern, wie vor zehn Jahren. Derzeit sind es 40.000 Betriebe in Österreich mit rund 3,3 Mio. Stück. Heute sind im Bundesgebiet 20 Betriebe, die mehr als 2000 Schweine halten, betonte Schlederer weiter. „Die Futterkosten sind weltweit im Gleichklang, jedoch die Gebäude- und Arbeitskosten, sowie die Finanzierung schlagen sich zu Buche“, resümiert der langjährige Frontmann am österreichischen Schweinemarkt!

Europa gegen Übersee
Dr. Peter Juul Kristensen, von der Fa. Boehringer-Ingelheim, steigt in den Helikopter und betrachtet die Welt von oben und macht sich einen Überblick über die derzeitige Lage am Schweinemarkt aus internationaler Sicht. Aus seiner Perspektive gibt es drei Wettbewerber am Weltmarkt: Kanada-USA und Brasilien. Es wird noch zu weiteren Zusammenschlüssen von Produktionsgenossenschaften kommen, die am Weltmarkt auftreten werden! Weltweit werden in Asien und Südamerika 10 bis 100.000 Schweine in einem System gehalten und dann zum Schlachthof geliefert! Wer prüft diese Betriebe, fragte sich auch der internationale Experte Kristensen. Brasilianisches Exportfleisch sollte von der EU geprüft werden forderte der Redner. Es geht in Zukunft nicht Österreich gegen Deutschland, sondern EU gegen andere Länder. Eine Lanze für das Schweinefleisch brach schließlich Prim. Dr. Meinrad Lindschinger, denn er versichert, dass Schweinefleisch keinerlei Gefahr für den Menschen ist! Ganz im Gegenteil sogar, denn das Schweinefleisch ist gesund und eignet sich für Diäten.


Aktualisiert am: 18.06.2009 09:24
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