EHEC Keime: Sprossen unter Verdacht

Die neue Spur in Sachen EHEC Keime hat die Forscher zu Sprossen geführt. Wo werden sie in der Küche verwendet?
Mikroskopaufnahme von zwei E.coli-Bakterien (Quelle: BfR)
Mikroskopaufnahme von zwei E.coli-Bakterien (Quelle: BfR)
Sprossen werden in der Gastronomie in Salatbars oder auf der Salatgarnitur z.B. neben Fleisch etc. angeboten. Zum Teil werden auch belegte Brötchen mit Sprossen garniert. Auch in asiatischen Restaurants werden sie oft bei Gerichten verwendet. Nicht immer sind sie richtig durcherhitzt, sondern werden zum Schluß auf die fertigen Gerichte gelegt bzw. untergehoben. Ob dadurch potentiell vorhandene Keime abgetötet werden, ist fraglich.

Sprossen auch in Fertigpackungen

Sprossen werden aber nicht nur in der Gastronomie eingesetzt, sondern können in Fertigpackungen u.a. im Supermarkt, Bioläden oder Reformhäusern bezogen werden. Die Plastikpackungen gelten als guter Nährboden für Keime, so dass Sprossen oder auch Fertigsalate immer wieder erhöhte Keimzahlen aufweisen. Nicht nur EHEC-Keime können dabei gut wachsen, sondern auch andere krankmachende Keime wie Salmonellen und Listerien. Bei Nichtbeachung der Kühlkette z.B. beim Transport, im Handel oder im Haushalt, steigt das Risiko der Verkeimung. Das gilt auch für Packungen, die länger aufbewahrt und erst gegen Ende des MHD verzehrt werden. Dieses wird aus Rücksicht auf den Handel zum Teil mit einem sehr lange Zeitraum festgelegt, so dass immer wieder Untersuchungen eine Keimbelastung am Ende des MHD feststellen. Dasselbe gilt auch für Blattsalate in Fertigpackungen.
Unklar ist, ob die Keime während der Produktion der Keime (z.B. verkeimtes Wasser) oder in der Gastronomie auf die Keime kommen oder schon im Saatgut vorhanden ist.

Empfehlung

Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt auf Sprossen (auch Fertigsalate) bis zur Aufklärung der EHEC-Infektionen zu verzichten. Wer zu Hause selbst Keime züchtet, sollte ebenfalls auf Anbau und Verzehr verzichten, solange die Ursache nicht klar ist. Prinzipiell ist nur gekochtes Gemüse sicher, da auch weiterhin andere Lebensmittel als Quelle für eine Kontamination in Fragen kommen können. Weiterhin gilt die Warnung des Robert-Koch-Institutes für rohen Tomaten, Gurken und Blattsalate.


Aktualisiert am: 06.06.2011 11:55
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