EHEC- Schäden in Deutschland betragen 75 Millionen Euro

Durch die offiziellen Verzehrswarnungen entstanden für die deutschen Gartenbaubetriebe auch hohe finanzielle Schäden. Es stellt sich die Frage ob die EU die Schäden decken kann.
Anfangs wurden Gurken als Träger des EHEC- Keims verdächtigt.
Anfangs wurden Gurken als Träger des EHEC- Keims verdächtigt.
Der Deutsche Bauernverband schätzt 75 Millionen Euro Schäden durch den EHEC- Keim. In der Europäischen Union stehen aber für Hilfen zugunsten der Landwirte nur 210 Millionen Euro bereit, mit denen rund die Hälfte der Einnahmeausfälle ausgeglichen werden soll.

Ob diese Summe aber angesichts der auch in anderen EU-Staaten geltend gemachten Einkommenseinbußen zur Abgeltung von 50 % der Schäden reicht, scheint fraglich. Mitte Juli wird ein erster Überblick über die Meldungen der Schäden im Gemüsesektor erwartet. Nun fordern die Vertreter norddeutscher Bundesländer Hilfe vom Bund. Gefordert wird ein Schadenersatz von 50 %. Zusätzlich wurde vergangene Woche bekannt, dass Sachsen kein eigenes Landesprogramm für Betriebe auflegen wird. Kritisch setzten sich Nordrhein-Westfalen und die Nordländer bei ihrem Treffen im Landkreis Ludwigslust auch mit dem EU-Rechtsrahmen auseinander. Die aktuelle Krise habe gezeigt, dass in Deutschland derzeit keine geeigneten Eingriffs- und schnell wirkenden Hilfsmöglichkeiten für besondere Situationen bestünden. Der Bund soll daher prüfen, ob die EU-Verordnung über die gemeinsame Marktorganisation Dringlichkeitsmaßnahmen hergibt.

Trinkwasser nicht gefährlich

Wie das Umweltbundesamt (UBA) Ende Juni mitteilte, kann für Trinkwasser eine Gefahr durch den EHEC- Ausbruchsstamm ausgeschlossen werden. Entwarnung gab das UBA nicht nur für größere Wasserversorger, sondern auch für kleine Wasserwerke und Trinkwasserbrunnen. EHEC- Bakterien des Ausbruchsstamms kämen in Abwasser und den Gewässern äußerst selten vor.

Im Zuge der EHEC- Infektion waren in Deutschland bis Ende Juni mehr als 40 Todesfälle bekannt geworden. Verantwortlich für die Verbreitung der Keime werden mittlerweile Sprossen gemacht. Ende Juni waren auch Erkrankungen in Frankreich bekannt geworden. Die Sprossensamen für die Konsumenten in Frankreich waren von einer britischen Firma geliefert worden, wo auch der in Deutschland betroffene Betrieb in Bienenbüttel Kunde gewesen sein soll. Dieser Samen könnte französischen Angaben zufolge ursprünglich aus Ägypten stammen und über Italien nach Großbritannien gelangt sein.


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Aktualisiert am: 04.07.2011 16:03
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