E-Mail: Knigge auf der Intensivstation

Der elektronische Datenverkehr verlockt dazu, Nachrichten schnell auf Kosten der Präzision oder gar der Etikette zu versenden. Doch auch im E-Mail Verkehr sind die Regeln der menschlichen Kommunikation und des gegenseitigen Respekts nicht außer Kraft gesetzt. Deshalb rufen wir sie hiermit ins Gedächtnis.
Viele Mails sind wie ein verbaler Faustschlag ins Gesicht. Respekt und Höflichkeit sind oftmals in den Weiten des WWW „verdunstet“.
Viele Mails sind wie ein verbaler Faustschlag ins Gesicht. Respekt und Höflichkeit sind oftmals in den Weiten des WWW „verdunstet“.
Im Vergleich zum normalen Brief geht es im E-Mailverkehr etwas lockerer zu. Dennoch gelten grundsätzlich die gleichen Formulierungsregeln wie im Papierbrief. Im E-Mail-Verkehr schreiben sich letztlich Menschen, und die wollen wie Sie respektvoll und würdig behandelt werden.
Zu einer korrekten Nachricht gehört die förmliche Anrede, wobei der Angesprochene mit Namen genannt wird. Bei einer Erstkontaktaufnahme gilt immer noch die Form „Sehr geehrte Frau Muster“, bzw. „Sehr geehrter Herr Muster“. Kürzerer Anreden wie „Hallo“ oder „Hi“ setzen einen hohen Bekanntheitsgrad voraus. Kontaktaufnahmen ohne Anrede zeugen von rüpelhaftem Verhalten.
Verabschieden Sie sich mit einer der üblichen Höflichkeitsfloskeln und fügen Sie Ihre Signatur an mit Ihren Kontaktdaten. Dies lässt sich automatisch erstellen und erleichtert dem Korrespondenzpartner die Kontaktaufnahme

Wo Licht, da auch Schatten
E-Mails bieten sowohl gegenüber Briefen als auch gegenüber Telefonaten Vorteile. Im Vergleich zum Brief fällt das Porto weg und auch die Anschrift ist viel kürzer. Auch sonst ist eine E-Mail viel schneller geschrieben als ein Brief – sie muss nicht ausgedruckt und kuvertiert werden, benötigt keine Briefmarke und muss nicht zur Post/Briefkasten gebracht werden. Ein Druck auf die Sende-Taste genügt – und die Nachricht ist beim Empfänger.
Gegenüber dem Telefongespräch bietet das E-Mail den Vorteil, dass dank der gespeicherten Kopie ein Beleg besteht, auf den man im Streitfall verweisen kann.
Gerade aus den Vorteilen, die das Kommunikationsmittel E-Mail so beliebt machen, erwachsen auch seine Nachteile. Da es so schnell geschrieben ist, verleitet es viel Schreiber zur Nachlässigkeit: Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, stilistische Fehler und inhaltliche Ungenauigkeiten sind die Folgen. Da die Adresse so schnell geschrieben ist, lassen sich viele User dazu verleiten, das Mail an mehr Empfänger zu versenden als nötig und gut ist. Das kann lästig werden und bei genervten Empfängern Stress auslösen!
Das schnelle Schreiben verleitet auch zum Antworten im Affekt. Mit schnellen Fingern macht sich so mancher seinem Ärger Luft, drückt mit viel Verve die Sendetaste – und 5 Minuten später tut es ihm leid. Zu spät! Deshalb lieber mit Bedacht schreiben, sorgfältig durchlesen, korrigieren – und frühestens dann abschicken.

Autor: Rudolf HÖNLE, Graz


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Aktualisiert am: 04.09.2009 13:13
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