E-Antrieb: Landmaschinen schon bald ohne Zapfwelle?

John Deere präsentierte zur Agritechnica einen Traktor mit Elektrogenerator, der nicht nur interne Verbraucher mit Strom versorgt, sondern auch für externe Verbraucher eine Leistung von 20 kW/27PS zur Verfügung stellt.
Die Zukunft? In diesen Modellen steht zusätzlich zu dem konventionellen elektrischen Bordnetz ein weiteres Versorgungssystem mit höherer Spannung zur Verfügung.
Die Zukunft? In diesen Modellen steht zusätzlich zu dem konventionellen elektrischen Bordnetz ein weiteres Versorgungssystem mit höherer Spannung zur Verfügung.
In Anbetracht steigender Kraftstoffpreise und immer größerer Kritik an der Dieselantriebstechnik ist jeder Hersteller nach einer höheren Effizienz seiner Traktoren bestrebt. Ein möglicher Weg zur Effizienzsteigerung stellt die Dieselelektrik dar (siehe auch „Der fortschrittliche Landwirt“ – 04/2007). Gemäß Insiderinformationen soll vor allem John Deere bei der Entwicklung solcher Antriebssysteme schon sehr weit sein. Ein Beweis dafür ist die Präsentation der E-Traktoren zur Agritechnica. Angesichts der zukünftigen Möglichkeiten wurde diese Entwicklung dort von der Fachjury der DLG deshalb auch mit einer Goldmedaille prämiert.

Zwei Typen zur Auswahl
Zwar besitzen die neuen Traktoren von John Deere noch keinen dieselelektrischen Antrieb, dennoch zeigen sie eine klare Tendenz in diese Richtung auf. Konkret handelt es sich um zwei neue Modelle, nämlich den John Deere 7430 und den John Deere 7530 E-Premium. Neben den sonst üblichen Leistungsmerkmalen von Traktoren können diese beiden Maschinen zusätzlich eine elektrische Leistung von 20 kW bereitstellen.
Dabei ermöglicht der elektrische Antrieb von Motornebenaggregaten nicht nur eine Effizienzsteigerung, sondern auch den Betrieb von Elektrogeräten mit 230 Volt beziehungsweise 400 Volt Spannung auf dem Feld. Mit den beiden E-Premium-Modellen weisen John Deere-Traktoren erstmals ein integriertes System zur Erzeugung und Verteilung hoher elektrischer Leistung (20 kW) auf.

Externer Nutzen
Neben den internen Verbrauchern speist der Generator auch ein 12 V/300 A Hochleistungsbordnetz und versorgt zwei Steckdosen mit 230 V beziehungsweise 400 V für den Betrieb handelsüblicher Elektrogeräte und Werkzeuge. Dieser Zusatznutzen macht die E-Premium-Traktoren der 7030er-Serie auch für den Einsatz außerhalb der Landwirtschaft, zum Beispiel in der Industrie, im Straßenbau und im Kommunalbereich interessant.

Landwirt-Tipp
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie auf der AGRITRONICA am 25. Jänner 2008 an der HLBLA St. Florian (OÖ).

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 29.11.2007 14:12
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