Düngung: Wie viel Stickstoff braucht das Grünland?

Während bei den Hauptnährstoffen P und K der Kreislauf weitgehend geschlossen ist, sind die N-Verluste beachtlich – und müssen ergänzt werden. Abhängig von der Nutzungsform folgend Tipps, wie viel N in welcher Form und wann wieder aufs Grünland zurück muss.
Kleegrasmischungen können die N-Bilanz deutlich verbessern.
Kleegrasmischungen können die N-Bilanz deutlich verbessern.
Grünlandbetriebe haben nach einmal erfolgter Aufdüngung und entsprechendem Viehbesatz einen weitgehend geschlossenen Nährstoffkreislauf bei Phosphat und Kali, da nur etwa 10-15 % der Nährstoffe den Betrieb über Milch und Fleisch verlassen. Eine Kontrolle über eine Bodenuntersuchung ist jedoch sinnvoll.
Anders ist hingegen die Situation beim Stickstoffkreislauf, da bei Wirtschaftsdüngern je nach System unvermeidbare gasförmige N-Lager und Ausbringungsverluste (Güllesystem ca. 30 %-, Stallmist-Jauche-System ca. 40 %)auftreten. Beim Weidesystem liegen die Verluste noch höher.

N-Kreislauf – Nutzungshäufigkeit ist entscheidend
Bis zu drei Nutzungen ist der N-Kreislauf ab einem Viehbesatz von etwa 1,5 Großvieheinheiten und einem Leguminosenanteil im Bestand von 10 - 20 % weitgehend geschlossen. Die unvermeidbaren gasförmigen Ammoniak-Verluste bei der Wirtschaftsdüngeranwendung können durch die Kleestickstoffbindung und Bodennachlieferung aus dem N-Pool weitgehend ausgeglichen werden.
Anders ist die Situation in Gunstlagen mit vier- oder fünfmaliger Nutzung. Hier ist entweder ein höherer Viehbesatz oder ein zusätzlicher Mineraldüngereinsatz notwendig, da der N-Entzug mit zunehmender Nutzungshäufigkeit ansteigt, während die Bodennachlieferung gleich bleibt. Diese Zusammenhänge sind speziell in Gunstlagen bei Teilnahme an Extensivierungsprogrammen (z.B. ÖPUL-Düngeverzicht) zu bedenken.
Eine Alternative ermöglicht eine „Abgestufte Bewirtschaftungsintensität“ am selben Betrieb, wo ein Teil der Flächen (Futter für Jungvieh, trockenstehende Tiere) bewusst extensiver genutzt wird, um Wirtschaftsdünger für intensivere Vielschnittwiesen und Feldfutterflächen zu sparen. Das bessere Futter muss jedoch getrennt gelagert werden und dient den Milchkühen in den ersten 150-200 Laktationstagen.

Fazit
Der N-Bedarf des Grünlandes hängt in erster Linie vom Nutzungszeitpunkt und von der Nutzungshäufigkeit ab. Messbar ist die N-Versorgung über den Rohproteingehalt im Futter. Optisch zeigt sich N-Mangel durch einen Rückgang des Grasgerüstes und eine Zunahme des Kräuteranteiles. Letztlich sinkt auch der Ertrag. 1 kg N hat die Produktionskraft von ca. 20 kg Heu.
Auf Grünlandflächen mit max. drei Nutzungen und einem N-Düngebedarf von etwa 120-150 kg N /ha ist der N-Kreislauf bei einem Viehbesatzes von ca. 1,5 GVE und einem Kleeanteil von ca. 10 -15 % geschlossen. Hier können in der Regel die unvermeidbaren gasförmigen N-Verluste, welche im Zuge der Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdünger entstehen, durch den Leguminosenanteil bzw. die N-Mineralisation aus dem Boden ausgeglichen werden.
Bei mehr als drei Nutzungen ist entweder ein höherer Viehbesatz oder eine Kombination mit Mineraldünger notwendig.
Eine Alternative ermöglicht die „Abgestufte Bewirtschaftungsintensität“ am selben Betrieb. Hier wird nur ein Teil der Flächen (Futter für die Milchkühe in der 1. Laktationshälte) intensiver genutzt.

Autor: Dipl.-HLFL-Ing. Josef GALLER, Salzburg


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Aktualisiert am: 07.07.2008 10:26
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