Düngung: Bodenuntersuchung - Düngung von P- und K anpassen

Die Preisturbulenzen am Düngemittelmarkt in den letzten beiden Jahren steigerte das Interesse an Bodenuntersuchungen. Denn bei ausreichenden P- und K-Bodenvorräten kann die Grunddüngung stark reduziert werden. Auf welchen Standorten ausreichende Nährstoffmengen vorrätig sind, beantwortet eine Bodenuntersuchung.
P-Mangelverfärbungen bei Mais meist durch kalte Witterung im Jugendstadium.
P-Mangelverfärbungen bei Mais meist durch kalte Witterung im Jugendstadium.
Die gängigen Bodenuntersuchungsverfahren extrahieren die pflanzenverfügbaren Bodenvorräte an Phosphat und Kali. Während die Gesamtgehalte an diesen Nährstoffen wesentlich höher sind, interessieren aus Sicht der Düngung nur die in die Bodenlösung nachlieferbaren P- und K-Teilmengen.

Wozu Phosphor?
Phosphor ist am Energiestoffwechsel der Pflanzen beteiligt und beeinflusst damit direkt die Synthese von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten. Es fördert das Wurzelwachstum und verbessert die Winterfestigkeit. Zudem ist es Bestandteil der Erbanlagen und Zellmembrane. Die Aufgaben des Pflanzennährstoffs Phosphor können durch keine anderen Nährstoffe übernommen werden.
Ein Phosphatmangel äußert sich z.B. in violett-rötlicher Verfärbung bei Mais im Jugendstadium bei feuchtkalter Witterung. Bei Getreide zeigt sich ein Phosphatmangel durch eine schwache Bestockung. Generell ist festzustellen, dass sichtbarer P-Mangel auf österreichischen Ackerflächen vorwiegend bei ungünstigen Wachstumsbedingungen in jungen Pflanzenbeständen (Wurzelsystem noch nicht entsprechend aufgebaut) zu finden ist.

Wissenswertes zur Nährstoffverfügbarkeit
Die P-Aufnahme der Pflanzen ist nicht nur vom verfügbaren P-Vorrat im Boden abhängig, auch die Bodenstruktur spielt eine bedeutende Rolle. Trockenheit, verdichtete Böden und auch kalte Witterung schränken die Phosphataufnahme stark ein. Auch die Bodenreaktion beeinflusst die P-Verfügbarkeit, diese ist optimal bei pH-Werten zwischen ca. 5,5 bis 7,0. Sowohl höhere als auch niedrigere pH-Werte verringern die Phosphatverfügbarkeit.
Da Phosphat im Boden kaum beweglich ist, beeinflusst auch die Wurzeldichte die Phosphataneignung ganz wesentlich. Erdäpfel haben im Vergleich zu Getreide nur eine geringe Wurzeldichte, die Wurzeldichte von Getreide ist ungefähr zehnmal höher. Dadurch hat Getreide im Vergleich zu Erdäpfeln ein größeres P- und K-Aneignungsvermögen. Daraus erklärt sich, dass Erdäpfel in Düngungsversuchen noch auf eine Grunddüngung ansprechen, während dies bei Getreide nicht mehr der Fall ist.
Folgende Faktoren beeinflussen die Kaliverfügbarkeit für die Pflanzen:
• Bodenschwere: mit steigendem Tongehalt nimmt die Kalifestlegung durch die Tonminerale zu
• Wasserhaushalt: Trockenheit reduziert die Kaliaufnahme stark
• Tiefgründigkeit und Durchwurzelbarkeit des Bodens
• Antagonismus durch andere Kationen wie zB Magnesium
• Der pflanzenverfügbare Kalivorrat des Bodens

Autor: DI Josef SPRINGER, LK Niederösterreich


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Aktualisiert am: 06.10.2009 11:16
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