Düngung: Auf Schwefel nicht vergessen

Eine ergänzende Schwefeldüngung ist bei bedürftigen Kulturen eine wichtige Maßnahme zur Sicherung von Ertrag und Qualität. Schwefel ist für die N-Verwertung bzw. den Eiweißaufbau wichtig und besitzt auch eine fungizide Wirkung.
Die Schwefelversorgung der Pflanze erfolgt als Sulfat über drei Wege, nämlich über den Lufteintrag, über die Humusmineralisierung und über organische bzw. anorganische Dünger.
Die Schwefelversorgung der Pflanze erfolgt als Sulfat über drei Wege, nämlich über den Lufteintrag, über die Humusmineralisierung und über organische bzw. anorganische Dünger.
Neben Raps, Kohl, Ackerbohnen zählen auch mehrmähdiges Grünland und vor allem Kleegras zu den schwefelbedürftigen Kulturen. Leguminosen können zwar Stickstoff, nicht aber Schwefel aus der Luft binden. Der Schwefelentzug liegt bei 30-55 kg/ha. Schwefelmangel tritt vor allem bei Böden auf, die sich im Frühjahr langsam erwärmen. Ursache ist die bei kalten Böden noch schlechte S-Nachlieferung aus dem Humus. Ferner ist die unmittelbare Wirkung aus der Gülle (ca. 0,3 kg organisch gebundener Schwefel pro m³) mit nur 10-15 % verhältnismäßig gering. Bei Kleegras kann sich der Schwefelmangel über alle Aufwüchse hinziehen.

Schwefel zu Getreide
Getreide zeigt zu Beginn der Schossphase sowie während der Kornausbildung den höchsten Schwefelentzug und braucht bis zu 30 kg/ha Schwefel. Allein über das Blatt kann diese Menge nicht ausgebracht werden. Am besten eignen sich S- haltige N- Dünger oder Kieserit, wenn auch die Mg- Versorgung knapp ist. Um sicher zu gehen, dass Schwefel zum Bedarfszeitpunkt in ausreichender Menge zur Verfügung steht, empfiehlt es sich Schwefel in der leicht aufnehmbaren Sulfatform, wie er in den gängigen Stickstoff-Schwefeldüngern vorliegt, auszubringen. Da besonders nach nassen Wintern der pflanzenverfügbare Schwefelvorrat im Boden gering ist, ist grundsätzlich eine Schwefeldüngung zur ersten Düngergabe im Frühjahr empfehlenswert. Der Schwefelbedarf ist besonders bei sich in Entwicklung befindlichen jungen Pflanzenteilen (bei hoher N–Aufnahme) wichtig.

Fazit
Kulturen wie Raps, Kohl, Ackerbohnen, Leguminosen und Intensivgrünland zählen zu den schwefelbedürftigen Kulturen. Im Grünland sollte eine Schwefeldüngung vorrangig im Frühjahr bzw. am Acker zum Anbau möglichst in pflanzenverfügbarer Form als Sulfat verabreicht werden. Eine stärkere Vorratsdüngung ist nicht möglich. In der Regel reichen Schwefel-Düngergaben von 15-30 kg aus, um einen S-Mangel zu vermeiden. Raps benötigt ca. 60 kg S/ha. Sehr hohe Schwefel-Gaben können unnötig kalkzehrend wirken. In erster Linie sollte in Zukunft beim Düngereinkauf auf den S-Gehalt der eingesetzten Mineraldünger geachtet werden. Auch Gips als S-Dünger kann über die Güllegrube (15-20 kg/m³) ausgebracht werden.

Autor: Dipl.-HLFL-Ing. Josef GALLER, LK Salzburg


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Aktualisiert am: 17.02.2010 16:05
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