Düngerpreise: Haben sie ihr Tal erreicht?

Die Getreideernte neigt sich dem Ende zu. Es wird Zeit, sich über den Düngerbezug für die kommende Ackerbausaison Gedanken zu machen.
Aufgrund der hohen Düngerpreise im Jahr 2008 sank der weltweite Verbrauch an Kali um 14 %. Phosphor und Stickstoff wurden im Wirtschaftsjahr 2008/09 um 7 % bzw. 1,6 % weniger eingesetzt.
Aufgrund der hohen Düngerpreise im Jahr 2008 sank der weltweite Verbrauch an Kali um 14 %. Phosphor und Stickstoff wurden im Wirtschaftsjahr 2008/09 um 7 % bzw. 1,6 % weniger eingesetzt.
So, wie die Preise unserer Marktfrüchte neuerdings durcheinander gewirbelt werden, so lässt sich auch seit der jüngsten Vergangenheit das Bild für unsere Düngerpreise zeichnen. Bis zur Saison 2007/08 konnte der, der sich bereits früh um seinen Dünger kümmerte, sich den Vorzug preiswerter Nährstoffe sichern. Anders im letzten Jahr: Die Preiskurve nahm durchgehend den Weg nach oben und brach dann mitten im Winter zusammen. Seitdem werden uns sämtliche Nährstoffe zu Schnäppchenpreisen hinterher geworfen. Leider ist das aber auch so mit den Preisen für die Ernte.

Wird Kali billiger?
Kalium wird endlich billiger. K+S hatte im Juni die Preise beim Handel für 60er Kaliumchlorid auf 435 Euto/t gesenkt. Gleichzeitig wurde jedoch auch eine Einschränkung der Produktion um 2 Mio. t für das 2. Halbjahr 2009 angekündigt. Für 40er Kornkali wird von Preisen um 280 Euro/t für den Handel gesprochen. Im internationalen Geschäft spielt auch beim Kali Indien die große Rolle. Nach dem russischen Hersteller Silvinit haben jetzt auch andere Kaliproduzenten 60er Kali an Indien verkauft. 1,5 Mio. t sollen inzwischen zu einem Preis von 460 US-$/t vertraglich gebunden sein. Das entspräche umgerechnet 324 Euro/t.

P zieht leicht an
Die Nachfrage nach Phosphaten ist derzeit sehr gering. Auch im internationalen Geschäft läuft nur sehr wenig. Indien, das im letzten Jahr zu jedem Preis gekauft hatte, ist noch nicht zurück am Markt. Das Land versorgt seine Bauern aus seinen nicht unerheblichen Beständen. Es ist aber absehbar, wann auch von dort die Nachfrage wieder anspringt. Die Hoffnungen der nordafrikanischen und russischen Anbieter richten sich daher auf Südamerika, wo die Saatzeit begonnen hat, aber die schlechten Mais- und Sojapreise unterstützen dies bislang nicht. DAP-Importe aus Tunesien in die EU ziehen schon wieder leicht an.
Ganz tot ist derzeit der Markt für NPK-Dünger. Yara hat inzwischen in seiner finnischen Anlage die Produktion von NPK eingestellt und ist auf DAP umgestiegen. Dort liegt die einzige Phosphatmine in der EU. Weder K+S nitrogen noch AMI Linz geben bisher Preise heraus, und der Handel weiß nicht so recht, für welchen Preis er seine z. T. noch großen Lagerbestände aus der letzten Saison abstoßen soll.

Fazit:
Trotz der schlechten Erfahrung aus dem letzten Sommer sollten Sie sich rechtzeitig über Ihre Düngerpreise informieren. Denn das Preistal ist für alle Reinnährstoffe erreicht. Auch wenn der Markt weltweit als überversorgt gilt, heißt das noch lange nicht, dass die Preise noch weiter fallen werden.

Autorin: DI Katja BICKERT, Bruchenbrücken-Agrar OHG, Friedberg (Hessen, D)


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Aktualisiert am: 05.08.2009 17:35
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