Düngereinkauf: Reinnährstoffpreis vergleichen

Bei der Wahl des Düngemittels gilt es, die Reinnährstoffpreise zu vergleichen. Zusätzlich sind auch weitere Kriterien zu beachten. Tipps dazu gibt folgender Beitrag.
Beim Düngerkauf sollen die Reinnährstoff-Preise verglichen werden.
Beim Düngerkauf sollen die Reinnährstoff-Preise verglichen werden.
Beim Zukauf von Düngemitteln ist vorrangig der Reinnährstoffpreis, aber auch die Nährstoffform und Verfügbarkeit der Nährstoffe für die Pflanze von Bedeutung. Ferner sind Nebenbestandteile wie Schwefel, Magnesium, Kalzium, Spurenelemente und das passende Nährstoffverhältnis bei Mehrnährstoffdüngern zu beachten.

Primär- und Sekundärnährstoffe
Das Düngemittelgesetz unterscheidet bei den Primärnährstoffen wie Stickstoff, Phosphat und Kali zwischen wasserlöslichen Nährstoffen (die auf allen Standorten rasch und gut pflanzenverfügbar sind), ammoncitratlöslichen Nährstoffen (die langsamer, aber dennoch gut verfügbar sind) und ameisensäurelöslichen Nährstoffen. Letztere sind langsam löslich und nur auf sauren Standorten gut verfügbar. Das ist vor allem für P-Dünger (Rohphosphate wie Hyperphosphat) von Bedeutung. Kali und Stickstoff sind in Mineraldüngern praktisch immer wasserlöslich. Kalzium (CaO), Magnesium (MgO), Natrium (Na) und Schwefel (S) sind gemäß Düngemittelgesetz Sekundärnährstoffe. Speziell Schwefel wird heute auf vielen Standorten immer wichtiger, u.a. auch für die Stickstoffverwertung. PK- und NPK-Dünger werden mit unterschiedlichen Nährstoffverhältnissen angeboten, sodass unter Berücksichtigung der Bodenuntersuchungsergebnisse und des Nährstoffentzuges der jeweiligen Kultur die richtige Auswahl getroffen werden kann. Die Zusammensetzung und die Löslichkeit der Nährstoffe sind gemäß Düngemittelgesetz auf dem Düngemittelsack bzw. bei loser Ware am Warenbegleitschein verpflichtend anzugeben.

Berechnung der Preiswürdigkeit
Um die Preiswürdigkeit verschiedener Düngemittel vergleichen zu können, ist eine Reinnährstoffrechnung erforderlich. Die einheitliche Bezugsbasis bilden dabei Standard-Einzeldünger wie NAC (Kalkammonsalpeter), Triplesuperphosphat und 60er Kali. Im ersten Berechnungsschritt wird aus den Einzeldüngern der Reinnährstoffpreis für ein Kilogramm Stickstoff (N), Phosphat (P2O5) und Kali (K2O) ermittelt, indem der Produktpreis je 100 kg Dünger durch den prozentuellen Reinnährstoffgehalt des Düngers dividiert wird. Bei Düngemitteln mit einem höheren Gehalt an wertbestimmenden Begleitstoffen (Sekundärnährstoffen) wie Schwefel, Magnesium oder Kalk sind auch diese Nährstoffe zu berücksichtigen. Dabei ist ein Kilogramm wasserlösliches MgO mit etwa 1,00 Euro (Basis Kieserit), ein Kilogramm CaO mit 0,15 Euro (Basis Kohlensaurer Kalk) und ein Kilogramm Schwefel mit 0,75 Euro (Basis Ammonsulfat) zu bewerten. Bor ist auf Basis Solubor mit etwa 14,50 Euro anzusetzen.

Autor: Dipl-HLFL-Ing. Josef GALLER, Landwirtschaftskammer Salzburg

Weitere Informationen zur Berechnung der Preiswürdigkeit, Entmischungsgefahr und Harnstoffeinsatz können Sie in der Ausgabe 4/2012 des Fortschrittlichen Landwirt nachlesen.


Aktualisiert am: 06.02.2012 13:52
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