Druschverluste reduzieren

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Verluste von 1.000 Körnern je Quadratmeter. Klingt viel. Ist es aber nicht. Bei einem Ertrag von 7 t/ha entspricht das einem Prozent Verlust – und das ist der Richtwert, auf den sich Landwirt und Lohnunternehmer einigen können.
Ein Blick auf, in und unter den Schwad gibt Ihnen Auskunft über die Druschverluste. Foto: Agrarfoto
Ein Blick auf, in und unter den Schwad gibt Ihnen Auskunft über die Druschverluste. Foto: Agrarfoto
Viele Landwirte haben aus Vaters Zeiten Faustzahlen „geerbt“: „Unter einer Hand nicht mehr als drei Körner.“ Bei der alten Technik und Erträgen von 35 dt/ha war dies noch richtig. Doch Erträge und Schneidwerksbreiten haben sich im Laufe der Zeit verdreifacht. Daher sind die alten Faustzahlen nicht nur falsch, sondern schädlich

Schüttler-/Rotorverluste
Bei höheren Schüttlerverlusten verringern die meisten Fahrer die Geschwindigkeit. Dadurch gehen sowohl die Verluste als auch die Druschleistung zurück. Doch die Schüttlerverluste entstehen eigentlich schon im Dreschwerk. Die Dreschwerksaktivität ist zu schwach und die Quote der abgeschiedenen Körner am Dreschkorb ist nicht hoch genug. Deshalb sollte der Fahrer zunächst die Aktivität der Dreschtrommel erhöhen. Dabei sollte er auch den Bruchkornanteil immer im Blick behalten.

Siebverluste
Die Siebflächen und Windleistungen sind heute bei modernen Mähdreschern großzügig dimensioniert und die Reinigungssysteme arbeiten leistungsfähig. Unter feuchten oder sehr trockenen Bedingungen stoßen sie jedoch an ihre Grenzen. Feuchtes Gemisch ist schwerer und die Körner „kleben“ in der Gutmasse. Hier muss der Fahrer die Windaktivität deutlich erhöhen. Ansonsten rütteln sich die Körner in einer bestimmten Schicht zusammen und gehen verloren. Die Gefahr von Ausblasverlusten durch höheren Wind ist in der Praxis viel geringer als das „Überlaufen“ der Körner bei zu schwachem Wind. Auch bei sehr trockenen Bedingungen gilt: „Siebe auf, Wind auf.“ Kurzstrohanteile verstopfen sonst die zu
Mut zu mehr Wind. Stellen Sie die Reinigung nicht zu schwach ein. Foto: Feiffer
Mut zu mehr Wind. Stellen Sie die Reinigung nicht zu schwach ein. Foto: Feiffer
engen Sieböffnungen und verhindern die Kornabscheidung.

Zu hohe Ausdruschverluste
In 50 bereits ausgedroschenen Ähren können und sollen noch drei bis fünf Körner enthalten sein. Das entspricht in etwa 0,3 % Verlust. Um den Ausdrusch zu prüfen, entnehmen Sie dem Schwad 50 bereits ausgedroschene Ähren und zählen die verbliebenen Körner. Unausgedroschene Ähren sind ein Zeichen für zu schwachen Dreschwerkseingriff bzw. eine zu dünne Gutmatte. Ehe der Fahrer das Dreschwerk aggressiver einstellt, sollte er zunächst die Fahrgeschwindigkeit erhöhen.

Von Andrea Feiffer

Mehr über die Druschverluste und wie Sie diese reduzieren lesen Sie in der LANDSWIRT Ausgabe 12/2017.
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Aktualisiert am: 08.06.2017 09:38