Druck auf Sauenhalter auch in Deutschland

Der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) sieht mit Sorge auf die Zuchtsauenhaltung. Die Umrüstungsverpflichtung zur Gruppenhaltung für tragende Sauen bis zum Jahresende belastet die Ferkelerzeuger sehr. Man erwartet auch in Deutschland einen Strukturwandel.
Auch in Deutschland sieht man der Umstellung auf die Gruppenhaltung mit Sorge entgegen.
Auch in Deutschland sieht man der Umstellung auf die Gruppenhaltung mit Sorge entgegen.
Mit Sorge beobachtet der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) derzeit vor allem die Entwicklung in der Zuchtsauenhaltung, insbesondere auch in Hinblick auf die Umrüstungsverpflichtung zur Gruppenhaltung für tragende Sauen zum Jahresende. Wie ZDS-Geschäftsführer Dr. Jens Ingwersen bei der Mitgliederversammlung in Bergisch Gladbach feststellte, konnten die Ferkelproduzenten in den vergangenen Jahren keine Rücklagen für erforderliche Investitionen bilden. Bis Anfang dieses Jahres hätten nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums erst 31 % aller Ferkelerzeuger auf die Gruppenhaltung umgerüstet. Eine Einhaltung der Fristen für die ab 2013 geltenden Tierschutzanforderungen sei erforderlich, um keine Prämienkürzungen im Rahmen von Cross-Compliance-Kontrollen zu riskieren. Dieser Druck belaste die Sauenhalter sehr, betonte Ingwersen. Aufgrund des Fehlens verlässlicher Informationen über den Stand der Umrüstung in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten sind dem ZDS zufolge auch keine konkreten Vorhersagen zur weiteren Entwicklung der Schweinehaltung und des Schweinemarktes möglich. Ein Rückgang des Zuchtsauenbestandes mit der Folge einer vorübergehenden Verknappung von Ferkeln und Schlachtschweinen sei vorstellbar. Gleichzeitig werde es jedoch auch unternehmerische Planungen geben, diese Situation für Neuinvestionen zu nutzen. In jedem Fall sei ein deutlicher Schub für den Strukturwandel in der Schweinehaltung zu erwarten, hin zu großen Beständen, so der Zentralverband.

Vertrauen der Verbraucher sichern
Parallel zu einer voraussichtlichen Entwicklung in Richtung größerer Bestände müssen laut Ingwersen Antworten zur zukünftigen Positionierung der Schweinehalter in einem zunehmend kritischen gesellschaftlichen Umfeld gefunden werden. Es gelte, das Vertrauen der Verbraucher und damit den Absatzmarkt für Schweinefleisch zu sichern. Dies betreffe Themen des Tierschutzes, der Tiergesundheit, der Nachhaltigkeit, des Umweltschutzes und der Lebensmittelsicherheit genauso wie die generelle Frage der Positionierung einer modernen, technisierten Landwirtschaft in einer Gesellschaft, die sich zwar genussvoll und gesund ernähren wolle, jedoch den Bezug zum Ursprung der Lebensmittel verloren habe und daher dem technischen und strukturellen Wandel der Landwirtschaft sowie der Ernährungsindustrie nicht gefolgt sei. Damit würden sich emotional geprägte Bilder verbinden, die nicht der Realität einer modernen Landwirtschaft entsprächen, so Ingwersen.


Aktualisiert am: 01.06.2012 12:11
Landwirt.com Händler Landwirt.com User