Dr. Wilhelm Jaeger Tönnies im Interview

Tönnies gehört zu den größten Schlachtunternehmen Europas. Dr. Wilhelm Jaeger, Abteilung Landwirtschaft der Firma Tönnies, berichtet im LANDWIRT Interview vom Entwicklungsstand der Ebermast und erklärt, woher der Wettbewerbsvorteil des Konzerns wirklich kommt.
Dr. Wilhelm Jaeger, Abteilung Landwirtschaft der Firma Tönnies im LANDWIRT Interview.
Dr. Wilhelm Jaeger, Abteilung Landwirtschaft der Firma Tönnies im LANDWIRT Interview.
LANDWIRT: In Deutschland ist die Diskussion zum Thema Tierwohl derzeit sehr intensiv. Bis zuletzt hatte man den Eindruck, dass für den Konsumenten nur der Preis zählt. Wer bezahlt dann die Mehrkosten, die für die Landwirte entstehen?
Dr. Wilhelm Jaeger: Investitionen im Bereich der Haltung und zusätzliche Arbeit für mehr Tierwohl kosten Geld. Diese Kosten lassen sich nicht noch zusätzlich den Landwirten aufbürden. Die Kosten können nur in der Kette weitergereicht werden. Die „Initiative Tierwohl“ ist ein klares Bekenntnis der gesamten Wertschöpfungskette zu mehr Tierwohl. Landwirte sollen durch finanzielle Anreize in die Lage versetzt werden, mehr Tierwohl in ihren Ställen umzusetzen. Den Kostenausgleich hat der Lebensmitteleinzelhandel zugesagt.

LANDWIRT: Tönnies war Vorreiter beim Vorantreiben der Ebermast. Wie werden Stinker verwertet?
Dr. Wilhelm Jaeger: Wir sind nicht Vorreiter der Ebermast. Die gesellschaftliche Diskussion hatten wir schon mehrmals, ganz intensiv 2008 in Holland. Nach Gesprächen mit der holländischen Tierschutzorganisation „Wakker Dier“ und der deutschen Tierschutzorganisation „Provieh“ war uns klar, dass Zwischenlösungen bei den Vertretern des Tierschutzes wenig Akzeptanz finden und zum Teil auch nicht praktikabel sind. Das war in unserem Hause die Initialzündung für die ersten Versuche zur Mast unkastrierter Schweine. Tiere mit ausgeprägtem Geschlechtsgeruch (landläufig als Stinker bezeichnet) sind Konfiskat (Anm.: als Konfiskate werden Schlachtabfälle bezeichnet, die zum menschlichen Genuss ungeeignet sind). Diese Tiere dürfen nicht vermarktet werden, sondern werden entsorgt. 6–7 % der Eber sind geruchsabweichend, das heißt sie riechen leicht. Diese werden bei uns gesondert sortiert und gehen in eine andere Verwertung wie Kochen, Pökeln, Salzen, Räuchern. Erhitzungsprozesse zersetzen den Geruch.

Das gesamte Interview mit Dr. Wilhelm Jaeger können Sie in der LANDWIRT Ausgabe 22/2013 nachlesen. Kostenloses Probeheft Ausgabe 22/2013 bestellen

Weitere Schweine-Themen in dieser Ausgabe:
  • Absetzen: Sind Diätfutter und Antibiotika die Lösung?
  • Serie Produktionsrhythmen Teil 1
  • Pig News

Autor: Anja Weißnegger
Aktualisiert am: 07.11.2013 14:53

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