Donau-Soja fördert heimischen Soja-Anbau

Österreich und Bayern starteten das Programm "Donau-Soja", um den heimischen Soja-Anbau zu stärken und Eiweiß-Importe zu reduzieren. Während der Grünen Woche sind sieben weitere Länder beigetreten.
Donau-Soja:  Die bayerisch-österreichische Initiative findet weitere Anhänger. Sieben Minister unterzeichneten die Erklärung.
Donau-Soja: Die bayerisch-österreichische Initiative findet weitere Anhänger. Sieben Minister unterzeichneten die Erklärung.
Mehrere europäische Staaten sind im Rahmen der Internationalen Grünen Woche der Initiative „Donau-Soja“ beigetreten. Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowenien, Bosnien und Herzegowina sowie die Schweiz unterzeichneten dazu auf der Internationalen Grünen Woche eine gemeinsame Erklärung, die den Anbau von gentechnikfreiem Soja voranbringen soll. Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hatte die Initiative im vergangenen Jahr gemeinsam mit seinem österreichischen Amtskollegen Niki Berlakovich auf den Weg gebracht, um die Bauern unabhängiger von Futtermittelimporten aus Übersee zu machen.
Vorgesehen ist eine Intensivierung der Forschung, damit rasche Fortschritte bei Züchtung und Anbau geeigneter Sorten erzielt werden können. Verarbeitung und Vermarktung sollen optimiert, verlässliche Liefer- und Wertschöpfungsketten aufgebaut und der Wissenstransfer in die Praxis verbessert werden. Derzeit sind allein die bayerischen Bauern auf den Import von jährlich 800.000 t Sojaschrot aus Übersee als Futter für Rinder, Schweine und Geflügel angewiesen.
Im Frühjahr 2013 werden die ersten Lieferungen von zertifiziertem Donau-Soja in Österreich erwartet. Intensive Vernetzung, ein begleitendes Forschungsprogramm und umfassende Information und Beratung speziell bei Landwirten und Verarbeitern im Donauraum sollen dem Programm in den nächsten Jahren zum breiten Durchbruch verhelfen.

Für Brunner, der in den rückliegenden Monaten für die Initiative geworben hatte, ist der Beitritt ein „wichtiger Schritt hin zu einer europäischen Eiweißstrategie“. „Nur durch länderübergreifende Zusammenarbeit können wir die Eigenversorgung unserer Bauern mit Eiweißfuttermitteln spürbar voranbringen“, so der Minister. Dies sei nicht nur ein Beitrag zur Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel. Der Eigenanbau verbessere zudem die Versorgungssicherheit für die Landwirte, stärke regionale Wirtschaftskreisläufe und diene dem Klimaschutz. „Donau-Soja“ ist für Brunner aber nur einer von mehreren Bausteinen. Ebenso wichtig sei es, den Anbau anderer Eiweißpflanzen wie etwa Kleegras zu steigern und vorhandene Futterquellen wie Rapsschrot effizienter zu nutzen. Ein entsprechendes Aktionsprogramm hatte der Minister bereits 2011 im Freistaat gestartet und damit bundes- und EU-weit eine Vorreiterrolle übernommen.


Autor: Lena Adlhoch
Aktualisiert am: 20.01.2013 17:50
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