Donau Soja als Klimaverbesserer

Das Projekt Donau-Soja soll eine regionale Versorgung mit Eiweißfuttermitteln ermöglichen. Gerade bei der Produktion von Schweinefleisch würde das zu enormen CO2-Einsparungen führen.
Die Versorgung mit regionalem Eiweiß über das Projekt Donau-Soja würde enorme CO2-Einsparungen bringen.
Die Versorgung mit regionalem Eiweiß über das Projekt Donau-Soja würde enorme CO2-Einsparungen bringen.
Die Sojabohne gewinnt als Eiweißlieferant in der Lebensmittelproduktion und als Futtermittel in der Landwirtschaft immer größere Bedeutung. Europa ist dabei auf Importe mit GVO-Anteil aus Übersee angewiesen. Jährlich werden 23 Mio. t Schrot und 13 Mio. t Sojabohnen primär aus Brasilien, Argentinien und den USA bezogen.
In Österreich wurde 2011 auf 37.500 ha ausschließlich gentechnikfreies Soja kultiviert. Das entspricht einer Produktionsmenge von 100.000 t. Importiert wurden 470.000 t Sojaextraktionsschrot und 100.000 t Sojabohnen. Um diese Eiweißlücke zu schließen, wird ein Bündel an Maßnahmen benötigt. Dazu zählen der verstärkte GVO-freie Anbau von Körnerleguminosen, die Verwendung von Rapsextraktionsschrot sowie die Nutzung der eiweißhaltigen Nebenprodukte der Bioethanolerzeugung. "Da der Sojaanbau auf heimischen Äckern durch die klimatischen Bedingungen und die Topografie begrenzt ist, ist eine gemeinsame europäische Strategie notwendig, um klimatisch prädestinierte Anbauflächen in Süd-Europa bestmöglich zu nutzen", so der oberösterreichische Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. Schätzungen der LK Österreich zufolge, gibt es im Donauraum ein Potenzial von 4 Mio. t.

Enorme wirtschaftliche und klimatische Effekte
Das überregionale Projekt "Donau-Soja", das vom "Verein Soja aus Österreich" und dem Bundesland Oberösterreich zusammen mit Niederösterreich und Bayern ausgeht, soll eine Modellregion für regionale GVO-freie Futtermittelerzeugung werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Eiweißpflanzen in die geplanten Greeningmaßnahmen der gemeinsamen EU-Agrarpolitik ab 2014 aufgenommen werden. Durch eine Ausweitung der Anbauflächen auf Ost-Europa kann die heimische Landwirtschaft künftig vermehrt mit gentechnikfreiem Sojaschrot über die Donau als Logistikdrehscheibe beliefert werden. Das würde nicht nur für hohe Wertschöpfung im vor- und nachgelagerten Bereich sorgen, sondern hätte auch enorme positive Umwelteffekte. "Die vollständige Umstellung auf regional produziertes Soja würde die CO2-Emissionen von 1 kg Schweinefleisch um etwa 50% auf 1,8 kg CO2 reduzieren. Für Österreich würde dies allein beim Schweinefleisch Einsparungen von 1,1 Mio. t CO2 bedeuten", untermauert Hiegelsberger.

Aktualisiert am: 12.07.2012 09:04
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