Direktzahlungen – wohin fließt das Geld?

Direktzahlungen sind des öfteren in der agrarpolitischen Diskussion heiß umstritten – die folgende Analyse über den Geldfluss nach Region, natürlicher Erschwernis und Wirtschaftsweise soll einen Beitrag zur sachlichen Diskussion leisten.



Den größten Einfluss auf die Höhe der Direktzahlungen je Betrieb hatte die Ausstattung mit landwirtschaftlich genutzter Fläche.
Den größten Einfluss auf die Höhe der Direktzahlungen je Betrieb hatte die Ausstattung mit landwirtschaftlich genutzter Fläche.
Mit zunehmender Flächenausstattung nahmen 2003 (jüngere Analysen liegen nicht vor) die Direktzahlungen je Betrieb deutlich zu: von durchschnittlich 1.945 € in Betrieben bis 5 ha bis 35.007 € in Betrieben mit über 50 ha LF. Die Direktzahlungen je ha LF nahmen hingegen ab: Von etwa 700 € in Betrieben unter 10 ha auf etwa 340 € in Betrieben mit über 50 ha. Der Rückgang kann zum Großteil auf die abnehmende Ausgleichszulage (von 265 € auf 24 €) mit steigender Flächenausstattung zurückgeführt werden. Ein Indiz dafür, dass es mit zunehmender Erschwernis weniger Betriebe mit überdurchschnittlicher Fläche gibt. Außerdem profitieren kleinere Betriebe vom Sockelbetrag für die Ausgleichszulage.

Im Durchschnitt erhielt ein landwirtschaftlicher Betrieb in Österreich im Jahr 2003 Direktzahlungen in Höhe von etwa 10.000 € je Betrieb oder 524 € je ha LF. 40 % kamen aus der Marktordnung, 41 % aus dem ÖPUL und 19 % von der Ausgleichszulage. An Betriebe im östlichen Bundesgebiet wurden höhere Beträge ausbezahlt als im Westen, insbesondere weil größere Betriebe in diesen Regionen ansässig sind. Für Bergbauernbetriebe errechneten sich höhere Direktzahlungen je ha LF (vor wegen höherer AZ und ÖPUL) als für Nicht-Bergbauernbetriebe, wobei die Beträge mit zunehmender Erschwernis stiegen. Biobetriebe erhielten sowohl je Betrieb als auch je ha LF deutlich höhere Direktzahlungen als die konventionellen Betriebe. An Tierhalter wurden höhere Beträge je ha LF ausbezahlt als für Nicht-Tierhalter, die Direktzahlungen je Betrieb unterschieden sich hingegen kaum.

Autoren: Leopold KIRNER, BA f. Agrarwirtschaft, Wien und Gerhard HOVORKA, BA f. Bergbauernfragen, Wien.


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Aktualisiert am: 12.09.2005 16:30
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